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Biologe bringt Bernern das tierische Liebesleben näher

Um puren Sex geht es heute Abend im Naturhistorischen Museum Bern. Schonungslos erfährt man die ganze Wahrheit über die bizarren Liebespraktiken der Tiere.

Mitten im Geschlechtsakt packt die Gottesanbeterin ihr Männchen und beisst ihm den Kopf ab. Verglichen mit dem Paarungsverhalten dieser Insekten scheinen sogar die ausgefallensten Sexspiele der Menschen harmlos.

«Die Tiere spüren jetzt wie wir den Frühling», sagt Dr. Christian Kropf. Passend zur Saison macht der Biologe tierische Liebe und Triebe zum abendfüllenden Thema seiner heutigen Vorlesung. «Wir reden Klartext – für Kinder ist der Anlass weniger gedacht», sagt Kropf.

Seine Begeisterung ist ansteckend – etwa wenn er vom extrem langen Vorspiel der Tausendfüssler schwärmt und die erotischen Tänze und Brautgeschenke der Spinnen beschreibt. Oder wenn er von Blattwürmern erzählt, die sich mit ihren messerscharfen Penissen bekämpfen und von Skorpionen, die sich mit lustvollen Giftstichen in Ekstase versetzen.

«Natürlich beruht mein Vortrag auf wissenschaftlichen Tatsachen», sagt Kropf, «aber Lachpausen erhöhen die Aufmerksamkeit.» Für den humoresken Part ist der Theaterstar Uwe Schönbeck zuständig. Er spielt einen Hausmeister, der Kropf immer wieder unterbricht.

Patrick Marbach

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