Ugur Sahin - Biontech-Chef will schon ab Juni Kinder gegen das Coronavirus impfen
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Ugur SahinBiontech-Chef will schon ab Juni Kinder gegen das Coronavirus impfen

Weil sie bisher nicht geimpft werden können, drohen Kinder bei der Schweizer Öffnungsstrategie zu den Leidtragenden zu werden. Doch nun gibt es Hoffnung von Biontech.

von
Reto Heimann
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In der Schule gilt die Maskenpflicht – auch, weil Kinder sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen können.

In der Schule gilt die Maskenpflicht – auch, weil Kinder sich noch nicht gegen das Coronavirus impfen können.

20min/Marco Zangger
Das bereitet Ugur Sahin Sorge. Er fürchtet, dass sich die Mutationen besser ausbreiten, so lange Kinder noch nicht geimpft sind.

Das bereitet Ugur Sahin Sorge. Er fürchtet, dass sich die Mutationen besser ausbreiten, so lange Kinder noch nicht geimpft sind.

REUTERS
Nächste Woche will Biontech die Zulassung einreichen, um Zwölf- bis Fünfzehnjährige impfen zu können.

Nächste Woche will Biontech die Zulassung einreichen, um Zwölf- bis Fünfzehnjährige impfen zu können.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Biontech verabreicht in klinischen Studien bereits sechs Monate alten Babys die Impfung.

  • Noch aber ist der Impfstoff für Kinder nicht zugelassen.

  • Nächsten Mittwoch möchte Biontech ein entsprechendes Gesuch bei der EU-Behörde einreichen.

In Deutschland gilt wie in der Schweiz: Für Minderjährige sind die Corona-Impfstoffe noch nicht zugelassen. Das bedeutet gleichzeitig: Kinder und Jugendliche haben momentan keine Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen.

Ugur Sahin, der Chef von Biontech, stört sich daran. Er befürchtet, dass sich die bestehenden Mutationen um so stärker verbreiten können, so lange die Kinder und Jugendlichen in der Schule noch nicht geimpft sind. Darum möchte Biontech kommenden Mittwoch bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung beantragen, um den Impfstoff von Pifzer/Biontech auch Kindern spritzen zu können. Das berichtet der «Spiegel».

In Tests schon Säuglinge geimpft

«Wir haben die Studiendaten für die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung», sagt Sahin dazu. Er rechnet damit, dass Anfang Juni mit dem Impfen von Schulkindern begonnen werden könne.

Die klinischen Studien, die Biontech mit jüngeren Kindern durchführt, funktionieren nach einem absteigenden Muster. Zuerst wird der Impfstoff den Zehnjährigen verabreicht. Sprechen die gut darauf an, sind die Neunjährigen an der Reihe, gefolgt von den Achtjährigen, und so weiter. Mittlerweile sind die klinischen Tests so weit fortgeschritten, dass Biontech die Impfung den jüngsten Probanden und Probandinnen verabreicht: Sechsmonatigen Säuglingen.

Zulassungen für jüngere Kinder bis September

Sahin ist zuversichtlich: «Die ermutigenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder durch die Impfung besonders geschützt sind.» Sobald alle Daten auch der jüngeren Kinder vorliegen, wolle Biontech auch für sie in verschiedenen Ländern eine Zulassung einreichen. Je nach Altersgruppe könne das zwischen Juli und September der Fall sein, so Sahin.

In der Schweiz ist der Impfstoff von Pfizer/Biontech für Personen ab 16 Jahren zugelassen, derjenige von Moderna ab 18 Jahren. Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass insbesondere Jugendliche unter den gesellschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus leiden. Deshalb sei es wichtig, ihnen zuzuhören – und auch ihnen in Form von Impfungen eine Perspektive zum Ausstieg aus der Pandemie zu bieten. Besonders angesichts der Schweizer Öffnungsschritte, die zu einem grossen Teil auf dem Fortschritt der Impfkampagne basieren.

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