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BrasilienBiotreibstoff kommt aus Sklavenarbeit

In Brasilien sind im vergangenen Jahr mehr als 5000 Zwangsarbeiter aus sklavenähnlichen Verhältnissen befreit worden. Sie wurden auf grossen Plantagen, in der Viehzucht oder in Kohlebergwerken zur Arbeit gezwungen.

Aus dem von der bischöflichen Kommission für das Land (Comissão Pastoral da Terra, CPT) veröffentlichten Jahresbericht zur Gewalt auf dem Land geht hervor, dass etwa die Hälfte der 5266 befreiten Sklavenarbeiter auf Zuckerrohrplantagen unter anderem für die Gewinnung von Biotreibstoffen schuftete. Brasilien ist der weltgrösste Exporteur von Zucker und Biosprit. Laut Angaben der Kommission wurden zudem 2008 bei Agrarkonflikten 28 Menschen getötet, ebenso viele wie im Jahr zuvor.

Grossgrundbesitzer

In Brasilien kontrolliert nach wie vor eine kleine Minderheit von Grossgrundbesitzern riesige Ländereien, die vielfach brachliegen, während Millionen Familien nichts zu essen haben, weil ihnen eigenes Land zum Anbau von Grundnahrungsmitteln verwehrt wird.

Die brasilianische Verfassung sieht vor, dass brachliegendes Land für die Agrarreform Verwendung finden soll. Aber nicht zuletzt wegen des starken politischen Einflusses der Grossgrundbesitzer macht die Landverteilung aber kaum Fortschritte.

Staatspräsident Luis Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei (PT) hatte sein Amt 2003 mit dem Versprechen angetreten, der «nationalen Schande» der Sklavenarbeit ein Ende zu setzen. Doch nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten in Brasilien zehntausende Menschen unter sklavenähnlichen Bedingungen.

(sda)

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