Birma: Soldaten verweigern Befehle
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Birma: Soldaten verweigern Befehle

In Birma gehen die Proteste trotz Verbot weiter. Während in Rangun erneut Schüsse fallen, weigern sich in Mandalay Soldaten, auf die Demonstranten zu schiessen.

Nach Berichten von Augenzeugen schiessen in Rangun Soldaten wieder in die Luft. Andere prügeln auf die Demonstranten ein, die sich trotz des Verbots versammelt haben. Laut Augenzeugenberichten handelt es sich um etwa 4000 Teilnehmer.

Der oppositionelle Rundfunksender Voice of Burma berichtet, in Birmas zweitgrösster Stadt Mandalay hätten Soldaten der 33. Division den Gehorsam verweigert und nicht wie angeordnet auf Mönche und andere Demonstranten geschossen. Am Morgen hatte die Militärregierung die fünf wichtigsten Klöster Ranguns von der Aussenwelt abgeriegelt.

Informationen trotz Internetsperre

Offensichtlich gelingt es trotz der Internetsperre, an Informationen zu kommen. So meldet der Blog ko-htike heute morgen um 12 Uhr 21, dass drei Protestgruppen in Rangun auf der Ahnawrahta Street in Richtung der Sule Pagode unterwegs sind. Insgesamt hätten sich rund 4000 Menschen trotz des Demonstrationsverbots eingefunden, darunter seien auch einige Ausländer. Der Blog bezieht sich dabei auf Augenzeugenberichte.

Das Militär hat inzwischen die Internetverbindungen kappen lassen. Internet-Cafes wurden geschlossen. Die Junta will offensichtlich mit aller Macht verhindern, dass weitere Bilder vom Aufstand der Bevölkerung an die Öffentlichkeit kommen. Dabei wurden laut verschiedenen Augenzeugen auf Blogs auch die Telefonverbindungen gekappt. Es ist nicht mehr möglich, SMS-Botschaften zu schicken. «Burma is blacked out now»!(Burmas Leitungen sind tot) schreibt der dathana.blog in seiner jüngsten Mitteilung.

Informanten in Lebensgefahr

Die Blogs spielen in der Berichterstattung über Burma eine entscheidende Rolle. Hinter Ko Htike verbirgt sich ein in London lebender Burnese. Er hat seinen Literatur-Blog kurzerhand zur politische News-Site umgewandelt. «Ungefähr zehn Menschen senden mir Informationen, entweder über Internetcafés, freie Hosting-Sites oder manchmal auch über E-Mail», sagte er der BBC.

Auf dem Portal Mizzima News schicken Exil-Journalisten fast minütlich Meldungen über die aktuelle Situation in Rangun. Direkt aus Rangun berichtet Nyein Chan Yar. Er zeigt Bilder von verwüsteten Klöstern und Videos der Demonstrationen, die auch bei YouTube verlinkt sind.

Hinter den meisten Bloggern werden Studenten der Universität in Rangun vermutet. Sie versorgen Exil-Burmesen und deren Internetseiten mit Nachrichten, Fotos und Videos. Die Identitäten der ansässigen Informanten werden streng geschützt. Genauso, wie die Menschen, die per Handy Fotos von den Demonstrationen verbreiten, schweben sie in Lebensgefahr. Ist doch die Informationsabschottung zurzeit das höchste Ziel der Militärjunta.

voi

Verschiedene Blogs:

www.mizzima.com

www.irrawaddy.org

dathana.blogspot.com

www.ko-htike.blogspot.com/

seinkhalote.blogspot.com/

www.burmagateway.org

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