Birma verzichtet auf ASEAN-Vorsitz
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Birma verzichtet auf ASEAN-Vorsitz

Das wegen Menschenrechtsverletzungen international kritisierte Birma wird 2006 nicht den Vorsitz des Verbandes der Südostasiatischen Staaten (ASEAN) übernehmen.

Das Land hätte turnusgemäss den Vorsitz übernehmen sollen.

Dies lehnen unter anderem die USA ab. In jüngster Zeit war aber auch innerhalb des ASEAN Kritik an einem Vorsitz Birmas laut geworden, obwohl innerhalb des Staatenverbandes eigentlich das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheit gilt

Am Dienstag gab nun der laotische Aussenminister Somsavat Lengsavad und Sprecher einer ASEAN-Ministerkonferenz in der laotischen Hauptstadt Vientiane den Verzicht Birmas bekannt.

«2006 ist ein äusserst wichtiges Jahr für die nationale Aussöhnung und Demokratie, und die Regierung Myanmars (Birmas) möchte sich voll darauf konzentrieren», sagte er zur Begründung. Statt Birma werden die Philippinen den ASEAN-Vorsitz 2006 übernehmen. 2007 folgt Malaysia.

ASEAN gehören zehn Staaten an: Singapur, Malaysia, Thailand, die Philippinen, Indonesien, Laos, Kambodscha, Birma, Brunei und Vietnam an. In den ASEAN-Ländern leben über eine halbe Milliarde Menschen auf einem Gebiet von fünf Millionen Quadratkilometern. Die politischen Systeme reichen von demokratischem Kapitalismus bis Sozialismus und Kommunismus.

Militärdiktatur seit 1962

In Birma steht Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi seit über zwei Jahren unter Hausarrest. Insgesamt steht die 60-jährige nur mit kurzen Unterbrechungen seit 15 Jahren unter Hausarrest.

Birma ist seit 1962 eine Militärdiktatur. Im August 1988 kam es zu Massendemonstrationen gegen die Herrscher in Rangun. Soldaten schossen die Demonstrationen nieder. Die Zahl der Opfer betrug nach Angaben der Opposition mehrere Tausend, die Regierung sprach von einigen Hunderten.

(sda)

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