Bis 30 Verletzte bei Selbstmordanschlag in Tel Aviv
Aktualisiert

Bis 30 Verletzte bei Selbstmordanschlag in Tel Aviv

Neuerliches Blutbad in Israel: Ein Palästinenser hat sich am Donnerstag in der israelischen Grossstadt Tel Aviv in die Luft gesprengt. Zu der Tat bekannte sich der Islamische Dschihad.

Laut Augenzeugen sass der Attentäter in einem Schnellimbiss in der Nähe des alten zentralen Busbahnhofs, als ihn ein Polizist stellte. Kurz darauf habe der Mann den Sprengsatz gezündet. Die Umgebung des Restaurants und des Busbahnhofes ist eine belebte Einkaufsmeile.

Mindestens eine Person erlitt schwere Verletzungen, wie die Behörden mitteilten. Die meisten anderen Opfer wurden demnach nur leicht verletzt.

Es war der erste Anschlag in Israel, seit Ministerpräsident Ariel Scharon wegen eines Schlaganfalls im Koma liegt. Zuletzt hatte sich ein Palästinenser am 5. Dezember vor einem Einkaufszentrum in Netanja in die Luft gesprengt. Damals wurden fünf Menschen getötet.

Der Islamische Dschihad übernahm gemäss einer israelischen Nachrichten-Internetseite die Verantwortung für die jüngste Tat. Die radikal-islamische Gruppe kämpft für die Zerstörung Israels. Sie hat sich in jüngster Zeit wiederholt zu Anschlägen bekannt.

Palästinenserführung verurteilt Anschlag

Die Führung der Palästinenser verurteilte das Attentat von Tel Aviv scharf. «Wir sind gegen Attentate, die sich gegen Unschuldige auf beiden Seiten richten, und wir verurteilen sie», sagte der Sprecher Nabil Abu Rudeina in Ramallah. Der Anschlag ziele darauf ab, die Wahlen zu sabotieren.

Die Palästinenser wählen am kommenden Mittwoch ein neues Parlament. Die letzte Parlamentswahl hatte vor zehn Jahren stattgefunden.

Die israelische Regierung warf der Palästinenser-Führung vor, an dem Anschlag mitschuldig zu sein. David Baker, ein Mitarbeiter des Ministerpräsidenten, kritisierte, Abbas' Sicherheitskräfte würden nichts zur Verhinderung von Attentaten unternehmen.

Nach Attentaten hat Israel wiederholt seine Sicherheitsmassnahmen in den besetzten Gebieten verschärft. Solche Massnahmen würden die Bewegungsfreiheit palästinensischer Wähler einschränken. (sda)

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