Test-Shuttle nun im Verkehrshaus - Bis die autonomen Shuttles im Alltag herumkurven, dauert es noch
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Test-Shuttle nun im VerkehrshausBis die autonomen Shuttles im Alltag herumkurven, dauert es noch

Mehrere Jahre hatte Postauto autonome «SmartShuttles» getestet. Das Projekt ist nun beendet. Bis selbstfahrende Busse auf Schweizer Strassen fahren, dauert es noch.

von
Gianni Walther
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Am Montag ist im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ein selbstfahrendes Shuttle von Postauto eingetroffen.

Am Montag ist im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ein selbstfahrendes Shuttle von Postauto eingetroffen.

PostAuto
Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer nahm das Shuttle in Empfang von Martina Müggler, Leiterin Strategie und Innovation bei Postauto.

Verkehrshausdirektor Martin Bütikofer nahm das Shuttle in Empfang von Martina Müggler, Leiterin Strategie und Innovation bei Postauto.

PostAuto
Seit 2016 wurde zwei solcher autonom fahrenden Shuttles in Sitten VS in einem Pilotprojekt getestet. 

Seit 2016 wurde zwei solcher autonom fahrenden Shuttles in Sitten VS in einem Pilotprojekt getestet.

PostAuto

Darum gehts

  • Das Verkehrshaus der Schweiz ist um eine Attraktion reicher: Am Montag wurde ein autonom fahrendes Postauto in Luzern angeliefert.

  • In einem Pilotprojekt testete Postauto die selbstfahrenden Shuttles während mehrerer Jahre.

  • Das Pilotprojekt ist nun abgeschlossen. Postauto zieht ein positives Fazit. Viele Fragen sind aber noch offen.

  • Weitere Tests werden nötig sein. Diese werden künftig von der Swiss Association for Autonomous Mobility (SAAM) koordiniert.

Gross war das Interesse, als Postauto in Sitten VS erstmals selbstfahrende Busse vorstellte. Mehrere Jahre wurden mit zwei Fahrzeugen Tests durchgeführt. Am Montag nun wurde einer der Shuttles in Luzern im Verkehrshaus der Schweiz angeliefert. Er befindet sich nun dort in der nationalen Mobilitätssammlung und wird laut Mediensprecher des Verkehrshauses Olivier Burger in der Ausstellung integriert. «Es besteht die Absicht, dass mit dem Fahrzeug begleitete Fahrten in der Arena des Verkehrshauses durchgeführt werden», sagt Burger.

«Mit den Shuttles wurde Pionierarbeit im Bereich der autonomen Mobilität geleistet», sagt Martina Müggler, Leiterin Strategie und Innovation bei Postauto. Bis im Oktober waren sie noch in Sitten unterwegs. Gestartet hatte man das Projekt 2016. Die beiden Fahrzeuge waren die weltweit ersten autonomen Busse, die im ÖV getestet wurden. Über 55’000 Fahrgäste wurden transportiert und rund 22’000 Kilometer zurückgelegt. Im Sittener Vorort Uvrier konnten die Fahrgäste dieses Jahr die Shuttles via App bestellen. Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen. «Wir konnten in dieser Zeit viel lernen», so Müggler. Was mit dem zweiten Shuttle geschieht, ist noch offen.

Einsatz ohne Begleitung durch Menschen noch nicht möglich

«Wir sind überzeugt, dass die Technologie weiterentwickelt wird und autonome Fahrzeuge in langfristiger Zukunft auf unseren Strassen unterwegs sein werden.» Aber auch Grenzen der technologischen Möglichkeiten entdeckte man beim Pilottest. «Die Situation auf den Strassen ist teilweise derart komplex, dass der Einsatz autonomer Shuttles ohne Begleitung durch Menschen momentan noch nicht möglich ist.» Dazu fehlen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Um Projekte im Bereich der autonomen Mobilität voranzutreiben hat Postauto gemeinsam mit weiteren Akteuren den Verein Swiss Association For Autonomous Mobility (SAAM) gegründet. Dabei sind unter anderem die Transportunternehmen SBB, Bernmobil, TPG und VBZ. Auch verschiedene Akteure aus dem Strassenverkehr sind vertreten, unter anderem der TCS, der Nutzfahrzeugverband Astag, Mobility und der ACS.

In Saas-Fee wird derzeit ein autonom fahrender Gepäckroboter getestet.

20min

Verein macht verschiedene Erfahrungen zu autonomem Fahren

«Mit dem Verein wollen wir gemeinsam die Entwicklung des autonomen Fahrens in der Schweiz vorantreiben und gestalten.» Laut Müggler gibt es noch viele Herausforderungen – so bei der Technologie und bei der Regulation im Strassenverkehr. «Entscheidend ist auch die soziale Akzeptanz in der Bevölkerung», sagt Müggler.

Innerhalb des Vereins SAAM sind bereits verschiedene Projekte gestartet worden. So werde beispielsweise gemeinsam mit Hochschulen an sogenannter Teleoperation gearbeitet, also wenn Fahrzeuge von einer Zentrale aus ferngesteuert werden. Erfahrungen mit Automatisierung sammelt Postauto derzeit auch mit einem autonomen Gepäckroboter in Saas-Fee. Auch verschiedene Möglichkeiten zu Automatisierungen in Bereich von Parkhäusern oder Busdepots werden im Verein thematisiert. «Ein konkretes nächstes Projekt im Strassenverkehr ist noch nicht bekannt. Verschiedene Ideen dazu sind jedoch am Entstehen.» Ziel sei es aber, dass man an den nun abgeschlossenen Test ansetzen könne.

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