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Gastrosuisse schlägt Alarm«Bis Ende März wird die Hälfte aller Gastrobetriebe eingehen»

Gastrosuisse greift zu drastischen Worten. Der Branchenverband warnt den Bundesrat davor, dass bis Ende März die Hälfte aller Beizen in Konkurs gehen werde. 98 Prozent aller Betriebe hätten zudem dringende finanzielle Hilfe nötig.

von
Lucas Orellano
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Gastrosuisse fordert sofortige finanzielle Entschädigungen für die Gastrobranche.

Gastrosuisse fordert sofortige finanzielle Entschädigungen für die Gastrobranche.

Karina Romer
Der Bundesrat plant, den Beizen-Lockdown bis Ende Februar zu verlängern.

Der Bundesrat plant, den Beizen-Lockdown bis Ende Februar zu verlängern.

20min / Thomas Hagnauer
Ohne Finanzspritzen drohe darum der Hälfte der Betriebe die permanente Schliessung.

Ohne Finanzspritzen drohe darum der Hälfte der Betriebe die permanente Schliessung.

20min / Thomas Hagnauer

Darum gehts

  • Gastrosuisse warnt vor einer Bankrottwelle. 98 Prozent der Betriebe seien «dringend» auf finanzielle Hilfe angewiesen.

  • Eine interne Umfrage unter 4000 Mitgliedern habe zudem ergeben, dass der Hälfte der Betriebe bis Ende März der Konkurs drohe.

  • Gastrosuisse fordert deshalb sofortige finanzielle Entschädigungen.

Gastrosuisse zeichnet in einer aktuellen Medienmitteilung ein düsteres Bild. «Bis Ende März wird die Hälfte aller Betriebe im Gastgewerbe eingehen, wenn sie jetzt keine sofortigen finanziellen Entschädigungen erhalten», schreibt der Branchenverband unter Berufung auf eine Umfrage unter 4000 Mitgliedern.

«Wenn der Bund jetzt nicht handelt, steht in der Branche eine dritte Kündigungswelle an», lässt sich Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer in der Mitteilung zitieren. Die Situation für die Betriebe habe sich in den letzten Monaten noch verschärft, insbesondere mit dem Entscheid des Bundesrates, die Restaurants zu schliessen. Die Umfrage habe auch ergeben, dass 98 Prozent aller Betriebe dringend finanzielle Hilfe benötigen.

Am Montag findet in der Schweiz und anderen Ländern die Aktion «Wir machen auf» statt, bei der Beizen ihre Türen für Gäste öffnen wollen, obwohl das derzeit nicht erlaubt ist. Gastrosuisse distanziert sich jedoch deutlich von dem Vorhaben.

Gastronomen reagierten Ende 2020 mit Unverständnis, als der Bundesrat einen Lockdown unter anderem für Restaurants und Bars vom 22. Dezember bis am 22. Januar beschloss. Der Missmut in der Branche nahm noch zu, nachdem Pläne des Bundesrats bekanntwurden, den Lockdown um einen Monat bis am 22. Februar zu verlängern.

Aktuell ist der Plan des Bundes in der Vernehmlassung bei den Kantonen. Ein Entscheid, auch über die finanzielle Entschädigung der betroffenen Betriebe, fällt am 13. Januar.

2,5 Milliarden für Härtefälle

Das Härtefall-Programm zur Unterstüt­zung von Unternehmen in der Coronakrise wurde im Dezember um 1,5 auf 2,5 Milliarden Franken aufgestockt. Davon sollen 750 Millionen Franken gemeinsam von Bund und Kantonen getragen werden, wobei die Kantone 33 Prozent beisteuern sollen. 750 Millionen Franken soll der Bund nötigenfalls als Zusatzbeiträge an die kantonalen Härtefallmassnahmen einschiessen können, ohne dass die Kantone sich finanziell beteiligen. Damit soll der Bundesrat die Möglichkeit erhalten, gezielt jene Kantone zu unterstützen, die besonders stark von Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie betroffen sind.

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Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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