Aktualisiert 20.07.2005 16:21

Bis zu 80 Millionen Franken Schaden wegen Hagel

Die Hagelschläge vom Montag haben in der Westschweiz riesige Schäden angerichtet. Alleine der Schaden an Autos dürfte sich auf 60 bis 70 Mio. Franken belaufen.

Zudem wurden hunderte Hektaren Weinberge verwüstet und mindestens drei Personen schwer verletzt.

Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) geht davon aus, dass rund 15 000 Autos vom Hagelschlag zerbeult und beschädigt worden sind. Grob geschätzt dürfte sich der Schaden an Autos damit auf 60 bis 70 Millionen Franken belaufen, bestätigte SVV-Sprecherin Margrit Thüler Angaben der «Tagesschau» von Schweizer Fernsehen DRS.

Der SVV stützt seine Schätzung auf Angaben der einzelnen Versicherungen. Die «Vaudoise» etwa teilte am Dienstagabend mit, bei ihren Versicherten gehe sie von 1500 beschädigten Autos und Kosten von 5 Mio. Fr. aus.

Weinernte dahin

Ebenfalls bereits abschätzen lassen sich die Schäden in der Landwirtschaft. Am schwersten betroffen ist das Weinbaugebiet der Waadtländer Regionen Lavaux und Riviera. 400 bis 500 Hektaren Rebbaugebiet wurden durch die teilweise golfballgrossen Hagelkörner verwüstet, wie die Waadtländer Weinbauvereinigung mitteilte. Die Walliser Weinberge blieben von Hagelschäden verschont.

Wie Yvonne Torriani von der Schweizerischen Hagelversicherung auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, wurden allein aus den Regionen Lavaux und Riviera bis Dienstagmittag Schäden in Höhe von vier Millionen Franken gemeldet. Die Hagelversicherung erwartet weitere Meldungen, welche die Summe schliesslich verdoppeln könnten.

Noch unklar ist das Ausmass der Schäden an Gebäuden. Der kantonalen Gebäudeversicherung wurden am Dienstag zwischen 500 und 600 Schadensfälle gemeldet; sie reichen von zerbrochenen Fenstern über Wasserschäden bis hin zu beschädigten Dächern. Gerechnet wird mit total bis zu 4000 Schadensmeldungen. Über die Höhe der Schäden lässt sich laut Gebäudeversicherung noch nichts sagen.

Umstürzende Bäume

Verletzte Personen gab es vor allem im Kanton Waadt. In Noville VD erlitt ein Mann schwere Verletzungen, als er bei einem Spaziergang von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Ein knickender Baum verletzte in St. Légier VD einen Automobilisten schwer.

In Corseaux bei Vevey VD wurde ein Boot gegen einen Felsen getrieben. Vier Personen wurden verletzt, eine von ihnen schwer. Alle Schwerverletzten sind inzwischen ausser Lebensgefahr. Zwei Wanderer wurden in Neirivue FR von pflaumengrossen Hagelkörnern an den Beinen leicht verletzt.

Das Spital in Montreux VD verzeichnete am Dienstagabend dutzende von Patienten-Eintritte wegen der Unwetter, wie der Chef der Notfallabteilung im Westschweizer Fernsehen sagte. Die meisten seien aber nur leicht verletzt gewesen.

Im Kanton Genf mussten die Feuerwehren zu rund 200 Einsätzen ausrücken. Obwohl mehrere Bäume von den Winden umgeworfen wurden, gab es keine Verletzten.

«Ungewöhnlich grosse Gewitterzelle»

Ein Sprecher von MeteoSchweiz sprach von einer «ungewöhnlich grossen Gewitterzelle», die von Genf nordostwärts bis ins Greyerzerland gezogen sei. Dort habe sich die Zelle abgebaut. Der Hagelzug, der die Zelle begleitete, sei sehr breit gewesen. Etwas weniger heftig waren die Gewitter in der Deutschschweiz.

(sda)

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