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Bis zu einen Meter Neuschnee erwartet

Grosse Schneemengen und orkanartige Sturmböen haben es am Donnerstag in den höheren Lagen der Schweiz ungemütlich werden lassen.

Innert 48 Stunden wurden lokal bis zu 70 Zentimeter Neuschnee gemessen. Bis Freitagabend soll es in der Höhe pünktlich zum Wochenende nochmals «happige» Schneemengen von bis zu einem Meter geben.

Am Donnerstag wehten starke bis stürmische Westwinde durch die Schweiz. Auf dem Säntis wurden bis am frühen Donnerstagabend orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von 174 Kilometern pro Stunde (km/h) gemessen, wie Daniel Gerstgrasser von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. Auf dem Zürichberg blies der Wind mit bis zu 93 km/h. Auch die Verkehrsinformation viasuisse warnte vor böigem, nachts auch stürmischem Westwind und Schneeverwehungen.

Während im Laufe des Freitagmorgens mit einer Abnahme des Windes gerechnet wurde, sollen die Schneefälle in den höheren Lagen unvermittelt anhalten. Wie das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos mitteilte, waren am Alpennordhang und im nördlichen Wallis innerhalb von 48 Stunden bis Donnerstagabend 40 bis 70 Zentimeter Schnee gefallen.

Vorerst nicht vom grossen Schnee profitieren können die tieferen Lagen. Die Schneefallgrenze stieg bereits im Laufe des Donnerstags auf 1.500 bis 1.800 Meter an. Erst am Freitag sollen wieder einzelne Flocken ins Flachland gelangen. Für eine richtige Schneedecke reicht es laut MeteoSchweiz aber wohl nicht.

Anders sieht die Lage in den mittleren und höheren Lagen aus. Die zeitweise intensiven Niederschläge sollen bis Freitagabend am Alpennordhang nochmals 50 bis 80 Zentimeter Neuschnee bringen. Lokal kann auch ein Meter Schnee fallen. In den Regionen des nördlichen Wallis, Nordbünden, Silvretta und Samnaun werden 40 bis 70 Zentimeter Schnee erwartet, in den übrigen Gebieten 15 bis 40 Zentimeter.

Die beträchtlichen Neuschneemengen und die anwachsenden heiklen Triebschneeansammlungen lassen die Lawinengefahr in die Höhe schnellen. So wird für die Gebiete nördlich der Rhone-Rhein-Linie, des Prättigaus, der Silvretta und Samnaun vor einer grossen Lawinengefahr gewarnt. Die Gefahrenstellen befinden sich an Steilhängen aller Expositionen oberhalb von rund 2.000 Metern. Es seien spontane Lawinen zu erwarten. Erheblich sei die Lawinengefahr im südlichen Wallis, in der südlichen Urseren, im nördlichen Tessin und im übrigen Graubünden ohne Puschlav, Calanca und Misox. (dapd)

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