Starker Wildwechsel in Muotathal: «Bis zu zwei Wildtiere pro Woche werden angefahren»
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Starker Wildwechsel in Muotathal«Bis zu zwei Wildtiere pro Woche werden angefahren»

In Spitzenzeiten werden bis zu zwei Wildtiere pro Woche auf der Grundstrasse von Schwyz nach Muotathal angefahren. Der Wildhüter will dem ein Ende bereiten.

von
Cheyenne Wyss
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Auf der Grundstrasse von Schwyz nach Muotathal beim Bierkeller/Rütli werden in Spitzenzeiten wöchentlich zwei Wildtiere angefahren. Nun will der Wildhüter dort eine Wildwarnanlage installieren lassen.

Auf der Grundstrasse von Schwyz nach Muotathal beim Bierkeller/Rütli werden in Spitzenzeiten wöchentlich zwei Wildtiere angefahren. Nun will der Wildhüter dort eine Wildwarnanlage installieren lassen.

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In der Hesigen eingangs Muotathal wurde die erste Wildwarnanlage des Kantons installiert. Seither gab es dort keinen Wildunfall mehr. 

In der Hesigen eingangs Muotathal wurde die erste Wildwarnanlage des Kantons installiert. Seither gab es dort keinen Wildunfall mehr.

Ralf Suter
Wird ein Tier durch die Wärmesensoren erkannt, leuchtet das Warnsignal für Wildtiere und Tempo 40 auf. 

Wird ein Tier durch die Wärmesensoren erkannt, leuchtet das Warnsignal für Wildtiere und Tempo 40 auf.

Ralf Suter

Darum gehts

  • Der starke Wildwechsel beim Bierkeller/Rütli auf der Grundstrasse von Schwyz nach Muotathal macht dem Wildhüter Pius Reichlin grosse Sorgen. Es sind bis zu zwei Wildtiere pro Woche, welche bei regem Betrieb angefahren werden.

  • Eine Wildwarnanlage soll die Unfälle eindämmen. In der Hesigen eingangs Muotathal hat man mit einer solchen Anlage das Problem bereits in den Griff gekriegt.

  • Nun ist der Kanton Schwyz dabei, solche Wildwechsel-Hotspots mittels Fallzahlen von Wildunfällen herauszufiltern. «Entsprechende Massnahmen wie Verkehrsschilder oder eben solche Wildwarnanlagen werden in Betracht gezogen», sagt Philipp Gerber des Amtes für Wald und Natur im Kanton Schwyz.

«Es ist recht dramatisch», sagt der Wildhüter Pius Reichlin, der für das Wildhutgebiet Muotathal zuständig ist, zu 20 Minuten. «Bei starkem Wildwechsel werden bis zu zwei Wildtiere pro Woche angefahren», meint der 59-Jährige weiter. So haben auf der Grundstrasse von Schwyz nach Muotathal im Gebiet Bierkeller/Rütli diesen Winter insgesamt neun Wildtiere ihr Leben gelassen. «Ich beobachte die Tiere, wie sie über die Strasse gehen wollen und nicht trauen», sagt Reichlin. «Sie sind ja nicht blöd, sie schauen schon. Aber wenn eines geht, dann kommen die anderen hinterher», so der Wildhüter.

Nun will Reichlin mit einer Wildwarnanlage die Situation unter Kontrolle bringen, berichtet der «Bote der Urschweiz». Bei der Wildwarnanlage handelt es sich um eine Anlage, die über Wärmesensoren Temperaturunterschiede erkennt. Nähern sich also Tiere dem Strassenrand, werden diese durch die Wildwarnanlage registriert. Auf einer Tafel am Anfang und Ende des vom starken Wildwechsel betroffenen Strassenabschnitts leuchtet dann das Wildtier-Signal und Tempo 40 auf.

«Durchschnittlich fünf Bewegungen pro Nacht»

In der Hesigen eingangs Muotathal steht seit rund zwei Jahren die erste Wildwarnanlage im Kanton Schwyz. Die Zahlen der Wildbewegungen der bereits bestehenden Wildwarnanlage werden durch den Grundeigentümer Ralf Suter abgelesen. «Es sind durchschnittlich fünf Bewegungen pro Nacht», sagt Ralf Suter. «Es gibt immer Bewegungen. Nur sehr, sehr selten überquert gar kein Tier die Strasse», so der 46-Jährige. Weiter bestätigt Suter, dass grundsätzlich alle Tiere erfasst werden. So gab es seit der Installation der Anlage auch keinen einzigen Wildunfall mehr.

«Normale Geschwindigkeit kann beibehalten werden»

«Eine elegante Lösung», sagt Philipp Gerber, Forstingenieur des Amtes für Wald und Natur des Kantons Schwyz. «Die normale Geschwindigkeit kann so im Grundsatz beibehalten werden», meint Gerber weiter. Ein derartiges Projekt wie die Wildwarnanlage beim Bierkeller/Rütli müsse in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt Schwyz erfolgen, bestätigt der Forstingenieur weiter.

Auch sei man nun im ganzen Kanton Schwyz dabei, solche Stellen, welche das Wild für Strassenüberquerungen bevorzugt, zu analysieren. So will das Amt anhand der Wildfallzahlen herausfinden, wo die Wildwechsel-Hotspots sind und welche Massnahmen erforderlich sind. «Das Ganze geht nicht von heute auf morgen», so Gerber. «Derartige Anlagen benötigen Bewilligungen. Grundeigentümer müssen mitmachen und gewillt sein. Da braucht es oft Überzeugungsarbeit» sagt Gerber weiter. Die Kosten für die Wildwarnanlage in der Hesigen beliefen sich auf rund 50’000 Franken. Dabei handle es sich in der Hesigen um eine einfache und eher kurze Anlage, so Gerber. «Die Kosten sind stark abhängig von der Länge der Strecke, an welcher die Anlage errichtet werden soll und der Topographie. Je nach dem braucht es mehr oder weniger Wärmesensoren», bekundet Gerber. So würden die Kosten in den meisten Fällen wohl höher ausfallen, erläutert Gerber.

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