Aktualisiert 03.03.2011 14:52

Katholische KircheBischöfe beharren auf der Kirchensteuer

Nach der Kritik aus Chur am Staatskirchenrecht wehrt sich die Schweizer Bischofskonferenz. Sie will die Kirchensteuer beibehalten.

Die Schweizer Bischofskonferenz würdigt die Kantonalkirchen und Kirchgemeinden als «Ausdruck des wertvollen Engagements der Gläubigen für die katholische Kirche». Vor allem aus der Führungsspitze des Bistums Chur gab es wiederholt kritische Stimmen, welche die Kantonalkirchen in Frage stellten.

Gläubige würden ihre Treue zur Kirche ausdrücken, indem sie Kirchensteuern entrichteten, teilte die Bischofskonferenz am Donnerstag mit. Sie hielt ihre 291. ordentliche Versammlung von Montag bis Mittwoch im solothurnischen Mariastein ab.

Das staatskirchenrechtliche System mit Kantonalkirchen und Kirchensteuern wird trotz der anerkennenden Worte von einer Kommission der Bischofskonferenz seit Monaten auf Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Unter anderem soll die Unterscheidung der pastoralen und administrativen Kompetenzen geklärt werden.

Der Churer Bischof Vitus Huonder, insbesondere aber der Generalvikar des Bistums Chur, Martin Grichting, hatten die Kantonalkirchen mit ihrer Steuerhoheit öffentlich in Frage gestellt und damit einige Empörung im Bistum provoziert. Grichting verzichtete wegen des breiten Widerstands gegen seine Haltung schliesslich auf das Amt des Weihbischofs.

Bischöfe fordern Bereitschaft zum Dialog

Die Schweizer Bischöfe sind «besorgt über die derzeitige aufgewühlte Situation im Bistum Chur» und kritisieren, dass der Zwist in den Medien ausgetragen wird. Gegenseitiges Vertrauen könne nicht wachsen, wenn der Lösungsweg des nachhaltigen Gesprächs verlassen und stattdessen das «Powerplay in den Medien» gesucht werde.

Frieden und Einheit in der Kirche benötigten die Bereitschaft zum Dialog und das Einhalten getroffener Vereinbarungen, heisst es in der Mitteilung.

Im Weiteren wählte die Bischofskonferenz neue Leiter für mehrere Dikasterien, die Ämter der römischen Kurie. Der neue Bischof von Basel, Felix Gmür, übernimmt die Dikasterien Glaubenslehre und Verkündigung. Der Churer Bischof Vitus Huonder ist neu für Ausbildung, Ämter und Dienste zuständig. (sda)

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