Skandal in Norwegen: Bischof hat einen Jungen missbraucht

Aktualisiert

Skandal in NorwegenBischof hat einen Jungen missbraucht

Die Negativ-Schlagzeilen um die katholische Kirche reissen nicht ab. Wie jetzt bekannt wurde, hat ein norwegischer Bischof einen Jungen missbraucht und ist deshalb zurückgetreten.

Die katholische Kirche kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht raus.

Die katholische Kirche kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht raus.

Ein aus Deutschland stammender früherer Bischof hat vor 20 Jahren in Norwegen einen Chorknaben sexuell missbraucht. Das berichtete die Zeitung «Adresseavisen» am Mittwoch unter Berufung auf den heutigen Bischof von Trondheim und Oslo.

Der Missbrauch sei der wahre Grund gewesen, warum der 58-Jährige im Juni 2009 in einer Predigt überraschend seinen Rücktritt verkündet hatte, räumte die katholische Kirche Norwegens ein. Damals wurden Differenzen in der Zusammenarbeit mit der Glaubenskongregation als Grund angegeben. Dabei gab es längst Ermittlungen gegen den Geistlichen.

«Der Fall wurde nicht öffentlich gemacht, weil das Opfer das nicht wollte», sagte Bischof Bernt Eidsvig. Der inzwischen 30- jährige Missbrauchte habe 50'000 Euro Entschädigung erhalten. Als «Schande» bezeichnete Eidsvig den Fall in einer Erklärung. Zum Zeitpunkt der Tat war Müller noch Priester im Bistum Trondheim, 1997 wurde er zum Bischof ernannt.

Der Vatikan bestätigte, über den Fall informiert gewesen zu sein. Der Mann habe im Mai vor einem Jahr seinen Rücktritt angeboten und sich inzwischen einer Therapie unterzogen. Er sei nicht mehr seelsorgerisch tätig.

Die katholische Kirche wird derzeit von einer Welle von Enthüllungen über Missbrauchsfälle auf der ganzen Welt erschüttert. Die Kirche sieht sich dabei Vorwürfen ausgesetzt, wonach sie Fälle sexuellen Missbrauchs in der Vergangenheit vertuscht haben soll.

Missbräuche auch von Schülern an Schülern

Die Missbräuche betreffen nicht nur die katholische Kirche. Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule in Deutschland im Bundesland Hessen grösseren Ausmasses war als bisher angenommen. Bis in die 1990er Jahre soll es an der Schule zu sexuellen Missbräuchen gekommen sein.

Wie die Rektorin der reformpädagogisch orientierten Schule, Margarita Kaufmann, am hessischen Rundfunk sagte, haben nicht nur Lehrer Schüler missbraucht, sondern auch Schüler andere, oftmals jüngere Schüler.

An Ostern hätten sich weitere Missbrauchsopfer gemeldet, die von furchtbaren von Schülern verübten Misshandlungen berichtet hätten. Dazu habe auch das Versengen und Verbrühen von Genitalien gehört.

(sda)

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