Publiziert

Zeremonie in Zürich«Bisher gab es das nur heimlich» – katholischer Seelsorger segnet queeres Paar

Am 10. Mai segnet die katholische Kirche Zürich queere Paare auf dem Platzspitz. Die Aktion ist die bisher erste öffentliche in der Schweiz und eine von über 70 Aktionen in Europa, die sich gegen das Segnungs-Verbot der katholischen Kirche wehrt.

von
Salvatore Iuliano
In einem Schreiben verbietet die Glaubenskongregation der katholischen Kirche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren.

In einem Schreiben verbietet die Glaubenskongregation der katholischen Kirche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Ein Schreiben der Glaubenskongregation der katholischen Kirche schlägt europaweit grosse Wellen. Darin verbietet die katholische Kirche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren. Damit sind viele Katholiken aber nicht einverstanden. Als Gegenbewegung sollen am 10. Mai über 70 Segnungen vollzogen werden. Auch die Schweiz ist Teil dieser Aktion. Seelsorger Meinrad Furrer ist Mitglied des Zurich Pride-Komitees und führt die schweizweit erste öffentliche Segnung auf dem Platzspitz durch.

Meinrad Furrer, Seelsorger Katholisch Stadt Zürich: «Bisher haben solche Segnungen heimlich stattgefunden. Dies ist das erste Mal, dass dies öffentlich passiert. Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass wir jede Form von Liebe akzeptieren und auch segnen.»

Tatsächlich will Meinrad Furrer nicht nur die Gegenbewegung unterstützen. Er will auch dabei helfen, die psychischen Probleme zu bekämpfen, unter denen queere Menschen leiden.

Meinrad Furrer, Seelsorger Katholisch Stadt Zürich: «Die meisten Leute wissen nicht, wie tief die Ablehnung von queerem, transsexuellem und bisexuellem Leben in unserer Kultur verankert ist. Auch, wenn gegen aussen vieles sehr locker aussieht, existieren trotzdem tiefe Verletzungen, manchmal auch unbewusst. Das führt teilweise dazu, dass sich die Leute innerlich selbst unbewusst ablehnen.»

Die Segnung ist ein kurzes Ritual.

Meinrad Furrer, Seelsorger Katholisch Stadt Zürich: «Nach dem Gebet sollen sich die Paare überlegen, wo die grossen Herausforderungen liegen und was die grossen Freuden der Beziehung sind. Für die Herausforderungen salben sich die Paare gegenseitig die Hände ein, das heisst, sie segnen sich gegenseitig und bestärken sich. Im Anschluss segne ich die Liebe und die Beziehung.»

Die offene Segnung findet am 10. Mai auf dem Platzspitz in Zürich zwischen 16 und 21 Uhr statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, eingeladen sind alle, die gern einen Segen erhalten möchten.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung