Aktualisiert 05.10.2004 15:33

Bisher keine Mietsenkungsbegehren wegen Fluglärm

Die Südanflüge haben bisher in der Stadt Zürich nicht zu Mietzinssenkungsbegehren wegen Fluglärms geführt.

Die wenigsten Vermieter in der Südanflug-Schneise in Witikon und Schwamendingen befürchten in der Stadt Zürich solche begehren.

Dies geht aus der Antwort des Stadtrates auf eine Interpellation der FDP im Stadtparlament hervor. Darin wurde der Stadtrat um Auskunft über die finanziellen Auswirkungen der Südanflüge auf Immobilienpreise gebeten.

Keine Einbussen bei Liegenschaftenverwaltung

Der Stadtrat hält fest, dass es für verlässliche Aussgagen noch zu früh sei. Auf die Ertragslage der städtischen Liegenschaftenverwaltung hätten die Südanflüge jedoch bisher keine Auswirkungen gezeigt. Auch längerfristig sei nicht mit Einbussen zu rechnen.

Er gehe davon aus, dass weniger lärmempfindliche Bewohner in Wohnungen ziehen, die wegen Fluglärms gekündigt werden, schreibt der Stadtrat. Das deckt sich mit dem Befund, dass bisher laut der Zürcher Schlichtungsbehörde keine Mietzinssenkungsbegehren gestellt wurden. Dazu hatte der Mieterverband im August aufgerufen.

Eigentümer wenig besorgt

Bei den Immobilienpreisen gibt es laut Stadtrat unterschiedliche Tendenzen: Während die Zürcher Kantonalbank den Fluglärm in der Südanflugschneise vorläufig noch nicht als wertvermindernd für Liegenschaften einstufe, gehe der Hauseigentümerverband von einer Verminderung des Marktwertes um rund 12 Prozent aus - wegen tieferer erzielbarer Mieten.

Eine Umfrage von Statistik Zürich bei den Vermietern in der Südanflugschneise zeigt allerdings laut Stadtrat, dass nur 16 Prozent mit einer grösseren Zunahme von Kündigungen wegen des Fluglärms rechnen.

Gut die Hälfte der Befragten erachte aber die Vermietung solcher Wohnungen als «schwieriger». Bei den städtischen Liegenschaften liege die Zahl der Kündigungen trotz der Südanflüge seit einem Jahr im langjährigen Durchschnitt ergänzt dazu der Stadtrat.

Offene Entschädigungsfrage

Zur Frage nach möglichen Entschädigungen für Hauseigentümer wegen Fluglärms gibt sich der Stadtrat vorsichtig. Dies erscheine für die Stadt Zürich angesichts der gegenwärtigen Bundesgerichtspraxis als zumindest fraglich.

Dafür wäre laut Stadtrat eine Klärung durch die Gerichte erforderlich. Deshalb werde die Stadt Zürich solche Entschädigungsforderungen vor Ablauf der fünfjährigen Verjährungsfrist «vorsorglich geltend machen».

(sda)

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