WEF 2023: Ultrarechte Reporter piesacken Greta Thunberg

Aktualisiert

WEF 2023«Bist du eine Kinderschauspielerin?» – ultrarechte Reporter piesacken Greta Thunberg

Am WEF bombardierten Journalisten des rechtsgerichteten Newsportals «Rebel News» Greta Thunberg mit Fragen. Die Aktivistin reagierte mit Ironie.

von
Gabriela Graber
1 / 4
Die Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde am WEF in Davos von mehreren Reportern von «Rebel News» interviewt.

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde am WEF in Davos von mehreren Reportern von «Rebel News» interviewt.

20min/Taddeo Cerletti
Die Reporter der kanadischen Plattform bombardierten sie mit Fragen wie: «Warst du je in einem Privatjet?» oder «Wie bist du angereist?»

Die Reporter der kanadischen Plattform bombardierten sie mit Fragen wie: «Warst du je in einem Privatjet?» oder «Wie bist du angereist?»

20min/Taddeo Cerletti
«Rebel News» bezeichnen sich selbst als «das einzige Medium, das Greta Thunberg persönlich harte Fragen stellt». Daneben verbreiten sie auf ihrer Webseite auch Verschwörungstheorien.

«Rebel News» bezeichnen sich selbst als «das einzige Medium, das Greta Thunberg persönlich harte Fragen stellt». Daneben verbreiten sie auf ihrer Webseite auch Verschwörungstheorien.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts 

  • Am Donnerstag besuchte die Klimaaktivistin Greta Thunberg das WEF in Davos. 

  • Nach einer Podiumsdiskussion mit weiteren Aktivistinnen und dem Chef der Internationalen Energie-Agentur wurde die Schwedin von Journalisten des Portals Rebel News mit Fragen gelöchert.

  • Schon seit 2019 berichtet das kanadische Medium kritisch über Thunberg und verbreitet Verschwörungstheorien.

Greta Thunberg besuchte diese Woche das WEF: Am Donnerstag nahm sie zusammen mit weiteren Klimaaktivistinnen und dem Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA) Fatih Birol an einer von CNBC moderierten Podiumsdiskussion teil. Einige Medienschaffende warteten Stunden vor dem Studio in der Kälte, um die Schwedin nach dem Panel für ein Interview abzufangen. Darunter vier Reporter einer kanadischen Newsplattform namens «Rebel News». 

Rebel News

Rebel News, auch bekannt als Rebel Media, ist ein kanadisches Medien-Portal, das rechtes Gedankengut verbreitet. Es wurde im Jahr 2015 von der kanadischen Fernseh- und Radiopersönlichkeit Ezra Levant gegründet. Allein auf Youtube hat Rebel News 1,59 Millionen Follower. Derzeit sammelt Rebel News Unterschriften für eine Petition gegen eine CO2-Steuer des kanadischen Parlamentsmitgliedes Erin O'Toole. 

Wikipedia/Youtube/Rebel News 

«Bist du ein Star oder eine Kinderschauspielerin?»

Kaum hatte Greta das Gebäude verlassen, beginnen sie, die Aktivistin mit Fragen einzudecken: «Wie bist du hierher gereist?», «Warst du je in einem Privatjet?» oder gar «Bist du ein Star oder eine Kinderschauspielerin?» rufen die vier Reporter. Zuerst schweigt die Schwedin, dann antwortet sie mit Ironie: «Ich besitze hundert Privatjets. Ich bin natürlich mit einem meiner Privatjets angeflogen.» Sowieso esse sie in ihren Jets dauernd Steak und gebackene Bohnen, sagt sie lächelnd. Auf die Frage, wer aktuell die grösste Bedrohung für den Klimawandel sei, entgegnet Thunberg: «Das bin ich – wegen meiner hundert Privatjets.»

Wie Rebel News auf ihrer Webseite selber klarstellt, reisen ihre Reporter der Klimaaktivistin schon seit 2019 nach - so zum Beispiel nach Washington, Madrid oder Davos. Sie bezeichnen sich selbst als «das einzige Medium, das Greta Thunberg persönlich harte Fragen stellt». Daneben verbreiten sie auf ihrer Webseite aber auch Verschwörungstheorien, dass die 20-Jährige «von einer Kabale linker Öko-Eliten und wohlhabender Unterstützer koordiniert» worden sei. Niemand habe sich die Mühe gemacht, Gretas Hintergrund gründlich zu erforschen – bis sie es getan hätten, sagt Rebel News.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung