Aktualisiert 06.01.2014 13:21

Internetwährung

«Bitcoin-Fans leben in der Vergangenheit»

Wer wirklich glaubt, dass Bitcoins sich langfristig durchsetzen können, ist nicht fortschrittlich - sondern genau das Gegenteil. Das findet der renommierte Forscher Stephen Mihm.

von
laf
Bitcoins: Ist der Hype bald zu Ende?

Bitcoins: Ist der Hype bald zu Ende?

2013 war das Jahr der Bitcoins, keine Frage. Nachdem der Kurs der Internetwährung immer neue Höhenflüge vollzogen hat, sind die virtuellen Münzen inzwischen weltbekannt, immer mehr Orte akzeptieren sie als Zahlungsmittel. Anhänger feiern die Entwicklung als ersten Schritt in eine moderne Zukunft. Doch weit gefehlt, so der berühmte Historiker Stephen Mihm, der unter anderem mit dem Star-Ökonomen Nouriel Roubini zusammengearbeitet hat.

Im Gegenteil: «Wer Bitcoin für ein gutes Investment hält, lebt in der Vergangenheit», so Mihm in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal Bloomberg. Die Währung sei «nichts weiter als ein alter Dinosaurier, der auch bald ausstirbt». Jahrelang, so der Historiker, hätten die Regierungen der Welt unerbittlich gekämpft, um alternative Währungen auszurotten. Und das bereits im 19. Jahrhundert. «Das ist nichts, was sie nun so einfach wieder aufgeben.»

Alternative Währungen ausgerottet

Immer wieder gab es in der Wirtschaftsgeschichte alternative Währungen wie Zinn- oder Kupfermünzen. Ende des 18. Jahrhunderts war es sogar so weit, dass nur rund 8 Prozent aller Kupfermünzen in den USA von der Regierung kamen. Doch die Regierungen weltweit bemerkten irgendwann, dass sie mehr Kontrolle über das Finanzsystem haben müssen, wenn sie immer stärker auf Steuer- und Abgabeneinnahmen setzen. Nicht nur wirtschaftliche Gründe steckten laut Mihm dahinter.

Für die Regierungen war das eine einzigartige Chance. «Dadurch, dass sie das Geld beherrschten, waren die Bürger darauf angewiesen, dass die Regierung stabil war und gut funktionierte.» Somit gewann die Politik mehr Kontrolle. Jeder, der glaubt, dass sie diese einfach so wieder aufgeben wird, irrt gewaltig, so Mihm. Und genau das würde geschehen, wenn Bitcoins immer populärer würden. Daher, so die Folgerung, sei die Internetwährung zum Scheitern verurteilt.

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