Angst vor Finanzkrise: «Bitcoins könnten Real-Wirtschaft destabilisieren»
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Angst vor Finanzkrise«Bitcoins könnten Real-Wirtschaft destabilisieren»

Bitcoins könnten laut einem Experten eine Finanzkrise wie die von 2008 verursachen. Die Stabilität des Gesamtmarkts sei in Gefahr.

von
rkn
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Bitcoins könnten eine Krise wie 2008 verursachen, befürchtet Thomas Peterffy von der Maklerfirma Interactive Brokers.

Bitcoins könnten eine Krise wie 2008 verursachen, befürchtet Thomas Peterffy von der Maklerfirma Interactive Brokers.

Keystone/Alexandra wey
Peterffy sieht wegen Bitcoins die Stabilität des Gesamtmarkts in Gefahr.

Peterffy sieht wegen Bitcoins die Stabilität des Gesamtmarkts in Gefahr.

Interactivebrokers
Was haben unsere Leser mit Bitcoins schon alles erlebt?

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Keystone/Alexandra wey

Der Wertpapierspezialist Thomas Peterffy warnt vor der Digitalwährung Bitcoin. Er sieht im Handel auf breiter Front sogar Risiken, die die gesamte Wirtschaft wieder ins Straucheln bringen könnten wie bei der Finanzkrise 2008. Auch Schweizer Banken wären betroffen.

Bitcoin als etabliertes Finanzprodukt sei ein systemisches Risiko, sagt er im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) vom Montag. Er wiederholt damit Warnungen, die er bereits in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hat.

Verluste wie 2008

Langfristig rechnet er damit, dass der Bitcoin wertlos wird. «Es wird der Tag kommen, an dem sich der Kurs des Bitcoin-Produkts so stark bewegt, dass manche Anleger und Broker in finanzielle Schwierigkeiten geraten – was zu Verlusten führen kann wie 2008, als Lehman Brothers unterging», sagt er zur NZZ. Nicht nur sein US-Unternehmen Interactive Brokers, sondern auch andere Mitglieder des Clearinghauses und einige Schweizer Banken wären dann betroffen.

Peterffy plädiert darum dafür, dass Bitcoin-Produkte in einer rechtlich eigenständigen Einheit abgerechnet werden. Bei Problemen müssten nur die Bitcoin-Kunden die Konsequenzen tragen. Dies würde auch dazu führen, dass sich der Handel beruhigt und sich ein interessanter Markt entwickelt.

Bitcoin könnte die ganze Realwirtschaft destabilisieren

Thomas Peterffy sieht die Stabilität des Gesamtmarkts in Gefahr. Der Gründer des Wertpapier-Unternehmens Interactive Brokers hat vergangene Woche in einem offenen Brief an die US-Aufsichtsbehörde gewarnt: Sollten durch hohe Schwankungen bei den Terminkontrakten für das virtuelle Geld Derivate-Häuser ins Straucheln geraten, könnte das sogar die ganze Realwirtschaft destabilisieren, schrieb er.

Die Digitalwährung Bitcoin erklimmt derzeit Höchstwerte. In der vergangenen Woche tummelte der Wert um 10'000 Dollar. Während einige Regulierungsbehörden zwar den spekulativen Charakter der Internetwährung kritisieren, gilt Bitcoin generell nicht als systemisches Risiko. (rkn/sda)

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