3 mit Sex - «Bitte, Ella, nimm die Pille danach»
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3 mit Sex«Bitte, Ella, nimm die Pille danach»

Nach einem feuchtfröhlichen Abend landete Ella mit Matthis im Bett. Obwohl sie keinen Sex hatten, fällt Matthis am Morgen danach in Panik, Ella könnte schwanger sein.

von
Ella
Zora Schaad
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Ella spricht über natürliche Verhütung – und wie sie nach einem Date die Pille danach besorgen musste. 

Ella spricht über natürliche Verhütung – und wie sie nach einem Date die Pille danach besorgen musste.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella hat einen feuchtfröhlichen Abend mit Matthis verbracht.

  • Die beiden hatten Spass, doch laut Ella kam es zu keiner Penetration.

  • Matthis sieht das anders und drängt Ella: «Bitte, nimme die Pille danach!»

«Schreib doch mal über natürliche Verhütung, Ella!» Das schrieb 20-Minuten-Leserin Anna mir in einem Mail auf meinen vorletzten Beitrag, aber davor tadelte sie Stefano, der sich zuerst über menstruierende Frauen nervte und sich dann seinen Penis an einem vergessenen Tampon aufraspelte. (Karma is a bitch, baby).

Anna, du Wunderbare, du hast so Recht. Und auch wieder nicht. Ich bin nämlich nicht grad die Richtige, um einen auf natürliche Verhütung zu machen. Ich werde es tun, wenn ich meinen Mr. Right gefunden habe und wir uns einig sind, dass wir es schon schaukeln würden, wenn das mit der natürlichen Verhütung in die Hose geht. Dann werde ich meinen Liebsten packen und mit ihm auf der Couch händchenhaltend ein paar Tutorials zu Fruchtbarkeit, Zyklusschwankungen und Zervixschleim reinziehen. Zervixschleim. Ich hasse das Wort auch, Anna! Aber wir müssen uns da relaxen.

«Matthis kam, während er seinen Penis an mir rieb»

Jetzt aber, wo ich meine Bettwäsche etwa gleich häufig wechsle wie meine Männer (oder eher: wegen meiner Männer, to be honest), ist natürliche Verhütung nicht grad so die Top-Idee. Wenn ich schwanger werden würde, wüsste ich im blödesten Fall nicht mal, von wem. Und selbst wenn das nicht passiert, gibts noch jede Menge Geschlechtskrankheiten, die beim ganzen Säfteaustausch fröhlich hin- und herflutschen könnten. Hab ich Säfte gesagt? Nennen wir es ruhig Schleim. Wir müssen uns dran gewöhnen.

Mit Matthis, den ich ein paar Jahre nicht mehr getroffen hatte, aber eigentlich schon ewig kenne, gings zunächst recht feuchtfröhlich zu: Zuerst tranken wir draussen vor einer Bar, dann in der WG, danach kippten wir ins Bett, wo wir unbeholfen rummachten. Wir knutschten, lachten, fummelten, waren müde und aufgedreht, ich war halb spitz, er halb hart. An eine Penetration war nicht zu denken, was auch absolut kein Problem war. Umso überraschter war ich, und er glaub ich auch, als er plötzlich kam, nachdem er seinen Penis eine Weile an meiner Vulva gerieben hatte. Sein Sperma spritzte auf meine Schamlippen und meinen Bauch, viel war es nicht, ich wischte es weg und schlief bald darauf ein.

«Er war sich sicher, dass er mich geschwängert haben musste»

Er offenbar nicht. Als wir am Morgen verkatert ein Drei-Minuten-Ei löffelten, druckste er rum. Er hätte nicht schlafen können, nach dem, was in der Nacht passiert sei. Ich verstand zuerst nicht. Ob ich bitte die Pille danach nehmen könne. Er möge mich und so, aber ein Babydafür sei er nicht ready. Und er werde mich selbstverständlich in die Apotheke begleiten. Und die Pille zahlen und alle weiteren Pillen, die ich brauche, um allfällige Nebenwirkungen erträglich zu machen. Vorsichtig sagte ich, dass wir doch gar nicht miteinander geschlafen hätten? Dass ich gar nicht schwanger sein könne. Matthis sah das anders. In seiner Erinnerung war sein Penis in mir, als er abgespritzt hatte. Und dass es daher sehr wohl möglich, nein eigentlich wahrscheinlich sei, dass er mich mit seinen Super-Spermien geschwängert hatte. Wahrscheinlich sei die Eizelle längst befruchtet und wenn wir nicht bald handelten, wären wir unfreiwillig gesegnet mit drei Kilo milchrülpsenden Würmchen.

Rote Flecken traten in sein Gesicht und mir wurde plötzlich klar, dass er wirklich Panik schob und dass keines meiner Argumente ihn erreichen würde. Dass ich ihn vermutlich sogar beleidigen würde, weil er mein Abwiegeln als Angriff auf seine Potenz verstehen würde. Ich seufzte. Dann liess ich mich von ihm auf dem Roller zur Apotheke fahren, begleitete einen jungen, knackigen Apotheker hinter einen Vorhang, wo wir einen Fragebogen durchgingen (Matthis schuldbewusst auf dem Hocker daneben, sonst hätte ich den Knackpotheker vielleicht noch angeflirtet). Noch vor Ort schluckte ich die Pille, die lustigerweise gleich heisst wie ich, während Matthis schon mal zahlte. Das, liebe Anna, ist zwar nicht meine allereinzige, aber doch meine allerletzte Erfahrung mit «Sex» ohne Verhütung. Sehr natürlich ist es am Ende nicht rausgekommen, right.

P. S. Noch für dich und alle anderen: Schleim, Schleim, Schleim. Es geht besser mit der Zeit, promise!

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Du-bist-du.ch, Beratung und Informationen

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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