21.02.2020 19:05

Fall Epstein

«Bitten Sie Prinz Andrew, das FBI anzurufen»

Ein Schulbus mit dem Foto von Prinz Andrew fuhr durch London – mit einer Bitte an die Passanten: «Wenn Sie diesen Mann sehen, sagen Sie ihm, er soll das FBI anrufen.»

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Am 21. Februar 2020 fuhr ein gelber Schulbus mehrmals am Buckingham-Palast vorbei. An der Seite des Busses war zu lesen: «Wenn Sie diesen Mann sehen, dann bitten Sie ihn, das FBI anzurufen, um Fragen zu beantworten.»

Am 21. Februar 2020 fuhr ein gelber Schulbus mehrmals am Buckingham-Palast vorbei. An der Seite des Busses war zu lesen: «Wenn Sie diesen Mann sehen, dann bitten Sie ihn, das FBI anzurufen, um Fragen zu beantworten.»

Stefan Rousseau
Hinter der Aktion steht die US-Anwältin Gloria Allred, die mehrere Frauen in dem Skandal vertritt. Sie wird ungeduldig: Der Prinz zeigt im Fall Epstein «null Kooperation». Auf eine Anfrage des FBI hat er nicht reagiert.

Hinter der Aktion steht die US-Anwältin Gloria Allred, die mehrere Frauen in dem Skandal vertritt. Sie wird ungeduldig: Der Prinz zeigt im Fall Epstein «null Kooperation». Auf eine Anfrage des FBI hat er nicht reagiert.

Stefan Rousseau
November 2019: In einem Interview mit BBC hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert.

November 2019: In einem Interview mit BBC hatte sich der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. erstmals zu seiner Beziehung zu Epstein und den gegen ihn selbst erhobenen Missbrauchsvorwürfen geäussert.

Screenshot BBC

Ein gelber US-Schulbus ist am Freitag mehrmals am Buckingham-Palast in London vorbeigefahren. Der Bus überbrachte eine wichtige Nachricht für die Londoner. Am Fahrzeug prangte ein grosses Plakat mit dem Gesicht von Prinz Andrew. Darauf zu lesen: «Wenn Sie diesen Mann sehen, dann bitten Sie ihn, das FBI anzurufen, um Fragen zu beantworten.»

Die Botschaft steht in Bezug auf den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein. Dem zweitältesten Sohn der Queen selbst wird vorgeworfen, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Aber nicht nur das: Laut dem New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman habe der Prinz bislang «null Kooperation» gezeigt. Auf eine Anfrage der Bundespolizei FBI habe der Royal nicht geantwortet.

Sex mit Andrew «war ekelhaft»

Hinter der Bus-Aktion steht die US-Anwältin Gloria Allred, die mehrere Frauen in dem Skandal vertritt. Eines von Andrews Opfern ist Virginia Giuffre. Sie wirft dem Herzog von York vor, er habe sie missbraucht, als sie noch minderjährig war. Die US-Amerikanerin gibt an, drei Mal zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Einer der Vorfälle soll sich im März 2001 in London im Haus der damaligen Epstein-Partnerin Ghislaine Maxwell zugetragen haben. «Es war ekelhaft», schilderte Giuffre in einem Interview.

Andrew hatte zwar im vergangenen November mitteilen lassen, dass er der US-Justiz helfen wolle, die Vorwürfe gegen Epstein und mögliche Mittäter aufzuklären. Doch es folgten offenbar keine Taten. Auch Virginia Giuffre wird ungeduldig. Ende Januar twitterte sie: «Tick, tack Andy - es ist Zeit zu reden!! Mach das Richtige, wenn nicht für mich, dann für die unzähligen anderen Epstein-Opfer, die die Wahrheit verdient haben!» Darunter veröffentlichte Giuffre ein Suchplakat mit Foto des Royals mit der Frage: «Haben Sie diesen Prinzen gesehen?»

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