Bitter: Hitler auf Zucker
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Bitter: Hitler auf Zucker

Kleine Zuckersäckchen haben die kroatische Regierung in Verlegenheit gebracht: Auf den Beutelchen prangt das Porträt des Führers.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat bei der kroatischen Regierung offiziell Protest eingelegt, weil eine kroatische Firma Zuckersäckchen mit dem Konterfei von Adolf Hitler in Umlauf bringt, wie ABC News berichtet.

Pinki, so heisst die kleine Firma in Pozega, hat in zwei kroatischen Städten über Monate hinweg Zuckersäckchen verkauft, auf denen ein Porträt des nationalsozialistischen Diktators prangt.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum, eine nach dem bekannten Nazi-Jäger Wiesenthal benannte internationale Menschenrechtsorganisation, verlangt von den kroatischen Behörden, Ermittlungen gegen Pinki einzuleiten. Efraim Zuroff, der Leiter des Zentrums, sagte laut ABC News: «Wir sind empört über diese Sache. Es beleidigt das Andenken an die Opfer des Holocaust, deren Familien und jede Person von moralischer Integrität.»

Holocaust-Leugnung ist in Kroatien nicht strafbar, doch Zuroff verlangt, dass bestehende Gesetze gegen ethnische, rassische und religiöse Diskriminierung angewendet werden.

Die kroatische Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren in Pozega eingeleitet. Für Kroatien ist die Angelegenheit besonders heikel, da das Land im Zweiten Weltkrieg ein faschistischer Satellitenstaat des Dritten Reiches war.

Zarko Puhovski vom kroatischen Helsinki-Komitee, einer Menschenrechtsorganisation in der kroatischen Hauptstadt Zagreb, beklagte sich laut ABC News darüber, dass diese Zuckersäckchen in der kroatischen Öffentlichkeit überhaupt keine Reaktion ausgelöst hätten. «Diese Päckchen wurden zu Tausenden produziert, während Wochen und Monaten, und niemand reagierte.» Er hoffe, die Firma werde bestraft.

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