Aktualisiert 29.09.2011 06:37

Prämienanstieg

Bittere Pille für Innerrhoder und Basler

Bei der neusten Prämienrunde der Krankenkassen kommen junge Innerrhoder besonders schlecht weg. Trotz saftigem Aufschlag müssen sie aber bei weitem nicht so viel blechen wie die Basler.

von
Alex Hämmerli

Die aktuelle Erhebung der durchschnittlichen Krankenkassenprämien zeigt zwar, dass es 2012 nur zu einer mässigen Prämiensteigerung von durchschnittlich 2,2 Prozent kommen wird. Doch einmal mehr bestehen zwischen den Kantonen und den verschiedenen Altersgruppen gewaltige Unterschiede. Mit Abstand am meisten müssen kommendes Jahr erneut die über 26-Jährigen Einwohner von Basel Stadt blechen: Erstmals in der Geschichte der Schweizer Krankenkassen beträgt hier die Durchschnittsprämie (inklusive Unfall) 500 Franken pro Monat. Aufs Jahr aufgerechnet rupfen die Krankenkassen den Baslern somit saftige 6005 Franken aus der Tasche. In Genf, wo die Kassen am zweitteuersten sind, sind es 5552 Franken.

In der Gruppe der über 26-Jährigen zahlen 2012 die Nidwaldner am wenigsten. Bei ihnen kommen im Schnitt 292.27 Franken im Monat zusammen, pro Jahr also 3507 Franken. Das sind fast 2500 Franken weniger als in Basel Stadt. Knapp darauf folgt der Kanton Appenzell Innerrhoden: Dort zahlt der Durchschnitts-Einwohner 3510 Franken. Allerdings ist dort der Prämienanstieg mit 5,5 Prozent auch am höchsten. Pro Monat zahlen die Innerrhodener 2012 gut 15 Franken mehr als im laufenden Jahr.

Innerrhoder zahlen deutlich mehr

Noch stärker steigen die Prämien bei den 18- bis 25-Jährigen Innerrhoder. Sie zahlen im kommenden Jahr 9,1 Prozent oder 22,22 Franken im Monat mehr als 2011. Damit kommen sie aber immer noch verhältnismässig gut weg. In der Alterskategorie zahlen sie mit 3190 Franken im Jahr am zweitwenigsten, nach den Nidwaldnern mit rund 3090 Franken. Am meisten berappen müssen die Basel-Städter Jugendlichen. Ihr Konto wird jährlich um 5402 Franken erleichtert.

Dasselbe Bild zeigt sich bei den unter 19-Jährigen: Mehr als 100 Franken pro Monat zahlen die, die in Basel Stadt, Genf oder im Waadtland wohnen. Am wenigsten zahlen die jungen Nidwaldner, Urner und Appenzeller.

Wieso die grossen Unterschiede?

Branchenkenner Felix Schneuwly erklärt gegenüber 20 Minuten Online die grossen Unterschiede zwischen den kantonalen Prämien: Im Grundsatz gelte, wo mehr medizinische Leistungen bezogen würden, bezahle man auch mehr. Soll heissen: Weil die Einwohner der Westschweiz sowie Städter kulturell bedingt mehr zum Arzt gehen und mehr Medikamente konsumieren, sind deren Prämien auch höher als etwa in einem ländlichen Kanton der Zentralschweiz.

Kritik am neuen Prämienrechner des BAG

Der Vergleichsdienst Comparis.ch hat das neue Konkurrenzangebot des Bundesamts für Gesundheit scharf kritisiert. Teilweise zeige dessen Krankenkassen-Prämienrechner Priminfo.ch alternative Versicherungsmodelle an, die gar nicht angeboten würden. Zudem leite der Vergleich die Nutzer auf die Webseiten der Krankenkassen weiter. Das könnten die Kassen nutzen, um den Versicherten mehr anzudrehen, als diese eigentlich bräuchten und wollten. Zudem könnten beim BAG-Rechner auch nicht für alle Krankenkassen und alle Modelle Offerten bestellt werden. Der Comparis-Rechner war deswegen gestern unter Beschuss gekommen.

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