BIZ: Wirtschaft wächst weiter
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BIZ: Wirtschaft wächst weiter

Die Weltwirtschaft bleibt nach Meinung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) auf Wachstumskurs. Rückschläge seien aber nicht auszuschliessen.

Nach allen Vorhersagen sei 2006 das dritte Jahr in Folge ein weltweites Wachstum von über vier Prozent zu erwarten, erklärte die BIZ am Montag zur Veröffentlichung ihres 76. Jahresberichts. «Die plausibelste Prognose für das nächste Jahr ist, dass sich das kräftige, inflationsfreie Wachstum fortsetzt.»

Globale Ungleichgewichte

Doch die stärkste Expansionsphase der Weltwirtschaft seit 30 Jahren ist der BIZ zufolge nicht vor Rückschlägen gefeit. So gingen erhebliche Risiken vom womöglich steigenden Inflationsdruck und einer Auflösung globaler Ungleichgewichte aus: «Die Folgen könnten Turbulenzen an den Finanzmärkten, eine langwierige weltweite Wachstumsschwäche oder beides sein.»

Die geldpolitische Straffung der grossen Notenbanken ist nach Ansicht der BIZ als eine Antwort auf diese Gefahren angemessen. Doch müssten die Zentralbanken berücksichtigen, wie sich die höheren Zinsen auf die finanziellen Schieflagen auswirkten.

Wachstum weckt Inflationssorgen

Die USA und Asien blieben Motoren der Weltwirtschaft, hiess es weiter. Rätselhaft sei aber die chronische Investitionsschwäche in vielen anderen Ländern. Unternehmen hielten sich trotz stark gestiegener Gewinne und günstiger Finanzierungsbedingungen zurück.

BIZ-Generalsekretär Malcom Knight wies auf der BIZ- Generalversammlung in Basel zudem auf die grösseren Inflationsrisiken durch das starke Wachstum hin, die die Notenbanken zu einer schärferen Gangart in der Zinspolitik zwingen könnten.

Anders als in den USA sei der Zinserhöhungszyklus weltweit aber noch nicht weit fortgeschritten. Die langfristigen Zinsen an den Kapitalmärkten seien erst seit Anfang 2006 deutlich gestiegen.

Nach bisherigen Prognosen werde der Preisanstieg weltweit trotz starken Wachstums und hoher Energiepreise in diesem Jahr mit rund drei Prozent aber verhältnismässig niedrig bleiben, schreibt die BIZ. Die Ölverteuerung habe sich bisher noch nicht in anderen Preisen niedergeschlagen.

Tempo von Zinserhöhungen

Die Zentralbanken sieht die BIZ in einer schwierigen Lage. Einerseits könnten sie die Zinsen zu langsam anheben und dadurch die Schieflagen noch verstärken. Andererseits könnten Zinserhöhungen einen abrupten Abbau der Ungleichgewichte mit schwerwiegenden Folgen für die Weltwirtschaft auslösen.

Auch wenn eine solche Krise für unwahrscheinlich gehalten wird, mahnt die BIZ zur Vorsorge. Wichtig sei eine internationale Zusammenarbeit.

(sda)

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