BL: Vergehen von Phädophilen sollen meldepflichtig werden
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BL: Vergehen von Phädophilen sollen meldepflichtig werden

Im Kanton Basellandschaft sollen ab Mitte 2007 sämtliche schweren Vergehen an Schutzbefohlenen meldepflichtig sein.

«Die Operationen Genesis und Falcon zeigten ein Defizit bei der Meldemöglichkeit bei Berufen mit Schutzbefohlenen», sagte die Baselbieter Polizeidirektorin Sabine Pegoraro gestern. Dieses Defizit soll nun behoben werden, nachdem im Februar 2004 die Landrätin Madeleine Göschke-Chiquet ein entsprechendes Postulat einreichte.

Nach der Aktion Genesis gegen Kinderporno 2004 wurde bekannt, dass unter den überführten Pädophilen auch ein Lehrer aus dem Kanton Baselland war. Er unterrichtete jedoch im Kanton Solothurn, wo die Behörden nichts von den Neigungen des Mannes mitbekamen. Das löste unter Eltern einen Sturm der Entrüstung aus.

Die nun vom Regierungsrat beschlossene Gesetzesänderung sieht vor, dass sämtliche Sexual- und Gewaltdelikte in Zusammenhang mit Schutzbefohlenen unter Meldepflicht gestellt werden – bei Kantons- wie auch bei Privatangestellten. «Es gibt eben auch Probleme in medizinischen, betreuerischen und seelsorgerischen Bereichen», sagte dazu die Baselbieter Staatsanwältin Caroline Horny.

Das neue Gesetz wird nun dem Landrat vorgelegt. Bis Mitte 2007 soll es in Kraft treten.

Lukas Hausendorf

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