Aktualisiert 26.07.2011 21:32

Kaczynski-Absturz

Black Box zeigt keine Fehler

Der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine vom April 2010 ist nicht auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Die Black Boxes gaben keinen Hinweis darauf.

Die Daten der Flugschreiber der im April 2010 verunglückten polnischen Präsidentenmaschine haben nach Angaben polnischer Ermittler keinen Hinweis auf technische Fehler in dem Flugzeug erbracht.

Es gebe in den Black Boxes keinen Hinweis darauf, dass es «irgendwelche technischen Unregelmässigkeiten gab», sagte ein Sprecher der polnischen Militärstaatsanwaltschaft am Dienstag.

Dies sei das Ergebnis der Auswertung der drei Flugschreiber der Maschine, bei deren Absturz damals alle 96 Passagiere, darunter Präsident Lech Kaczynski und seine Frau, starben. Chefermittler Krzysztof Parulski sagte aber, es würden «Anklagepunkte» gegen polnische Militärangehörige erhoben.

Weitere Untersuchungen

Zu Details wollte er sich nicht äussern. Wie aus mit den Ermittlungen vertrauten Quellen verlautete, handelt es sich bei den Betroffenen um die Organisatoren der Reise nach Smolensk sowie um einige Ausbilder der Militärpiloten. Derzeit untersucht auch eine polnische Regierungskommission die Ursachen des Absturzes.

Sie will ihren Bericht noch diese Woche veröffentlichen. Unter dem Vorsitz der rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), die Lechs Zwillingsbruder Jaroslaw leitet, untersucht zudem eine parlamentarische Kommission die Umstände des Unglücks.

Beziehungen belastet

Der polnische Präsident und alle übrigen Insassen der Maschine waren am 10. April 2010 auf dem Weg zu einer Gedenkfeier im russischen Katyn, als das Flugzeug bei einem Landeversuch bei dichtem Nebel abstürzte.

Ausser Kaczynski und seiner Frau Maria starben zahlreiche Vertreter der politischen und militärischen Elite Polens. Die Umstände des Unglücks belasten auch die Beziehungen zwischen Polen und Russland.

Die russischen Ermittler hatten bei ihren Untersuchungen im Januar ranghohen Vertretern an Bord der Maschine eine Mitschuld an der Tragödie gegeben. Diese sollen Druck auf die unzureichend ausgebildete Crew ausgeübt haben, die daraufhin trotz schlechter Sichtverhältnisse zur Landung ansetzte. (sda)

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