Die Pannen häufen sich: BlackBerry nervt Kunden mit erneutem Ausfall
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Die Pannen häufen sichBlackBerry nervt Kunden mit erneutem Ausfall

Zu spät ausgelieferte Kurznachrichten und E-Mails, Surfen im Schneckentempo: Nach dem zweiten Störfall in einem Monat drohen dem Smartphone-Pionier die Kunden davonzulaufen.

von
owi
Betroffen von der erneuten Störung beim BlackBerry waren vorab Kunden in Europa, dem Nahen Osten und Indien.

Betroffen von der erneuten Störung beim BlackBerry waren vorab Kunden in Europa, dem Nahen Osten und Indien.

Research in Motion (RIM) musste am Mittwoch bestätigen, dass es beim Versenden von Kurznachrichten und E-Mails über den BlackBerry-Messenger zu Verzögerungen kommt. Betroffen waren vor allem Kunden in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Indien. Reaktionen von aufgebrachten Kunden in Internet-Foren lassen darauf schliessen, dass auch das Surfen im Web nur noch sehr langsam oder gar nicht möglich war.

Bereits vor einem Monat kam es beim BlackBerry-Messenger zu einem beinahe viertägigen Totalausfall. Diesmal kamen die Kunden glimpflicher davon, wie das Tech-Portal «Electronica» schreibt. Chat-Nachrichten und E-Mails wurden zwar verzögert ausgeliefert, der Dienst fiel indes nicht völlig aus. Wie viele Kunden von der erneuten Panne betroffen waren, konnte eine Firmensprecherin am Mittwoch nicht sagen.

Erneute Störung kratzt am Image

Die neuen Probleme treffen den kriselnden Smartphone-Pionier im dümmsten Moment. Der kanadische Konzern verliert Marktanteile an Apples iPhone und die Android-Konkurrenz, da es bislang nicht gelingt, im grossen Stil Privatkunden von den BlackBerrys zu überzeugen.

In der Vergangenheit warb RIM vor allem mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Smartphones. Der Konzern betreibt ein eigenes weltweites Netzwerk, das einen sicheren Kommunikations- und Datentransfer zwischen BlackBerry-Nutzern sichern soll. Das RIM-Netzwerk beschleunigt zudem das Surfen im Netz, da die Daten komprimiert werden. Kunden profitieren daher von tieferen Mobilfunkrechnungen. Die «Brombeere» ist aufgrund dieser Vorzüge vor allem bei Geschäftskunden verbreitet. Das Vertrauen der wichtigen Firmenkunden steht nach der zweiten Panne innerhalb eines Monats allerdings auf dem Spiel.

Hinzu kommt, dass die verschlüsselte Kommunikation über BlackBerrys auch vermehrt zu Konflikten mit Staaten führt. In den letzten Monaten wurde in Ländern wie England, Indien oder den Vereinigten Arabischen Emirate der Wunsch laut, auf die verschlüsselten BlackBerry-Kommunikationsdienste zugreifen zu können. Die Staaten befürchten, dass sich Kriminelle, Terroristen oder Randalier über den abhörsicheren Kanal organisieren.

Massive Infrastrukturprobleme

Anfang Oktober kam es bei den BlackBerry-Smartphones zum grössten Ausfall in der Firmengeschichte. Es sei in einem britischen Rechenzentrum von RIM zu einem Serverausfall gekommen, berichtete der englische «Guardian». Die Zeitung zitierte einen früheren RIM-Mitarbeiter, wonach die Firma seit längerem mögliche Infrastrukturprobleme ignoriere. «Die Einstellung von RIM ist: ‹Wir werden wachsen und wachsen, aber ob unsere Infrastruktur das mitmacht, steht nicht zuoberst auf unserer Prioritätenliste.›»

RIM gibt Entwarnung

Inzwischen seien die Probleme behoben, sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch gegenüber der «New York Times». Das Unternehmen machte keine weiteren Angaben zum Grund des Zwischenfalls. Die Sprecherin betonte lediglich, dass «vermutlich nur isolierte Regionen der Welt» betroffen gewesen seien. 20 Minuten Online hat RIM um eine Stellungnahme zur erneuten Störung gebeten. Die Antwort steht aus.

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