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Blair klebt an seinem Sessel

Der britische Premierminister Tony Blair will nach eigenen Worten zwar nicht auf ewig an seinem Posten festhalten, einen Zeitplan für seinen Rücktritt will er aber weiterhin nicht nennen.

Das «würde die Arbeit der Regierung lähmen» und damit dem Land schaden, erklärte Blair auf einer Pressekonferenz am Montag. Er betonte, er werde wie angekündigt vor der nächsten Parlamentswahl zurücktreten.

Blair ist in jüngster Zeit - insbesondere nach der Schlappe seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen - innerparteilich immer stärker bedrängt worden, bald einen Termin für den Rücktritt zu nennen. Damit soll sein Nachfolger die Möglichkeit haben, die Partei noch rechtzeitig vor der nächsten Wahl aus ihrem Stimmungstief zu holen.

Blairs designierter Nachfolger, Schatzkanzler Gordon Brown, erklärte am Wochenende, es sei allein Blairs Angelegenheit, einen Termin für den Rücktritt zu nennen. Brown bekräftigte aber seine Auffassung, dass Labour eine innere Erneuerung nötig habe, um enttäuschte Wähler zurückzugewinnen. Bei den englischen Kommunalwahlen hatte Labour am Donnerstag die schwerste Wahlschlappe seit gut einem Jahrzehnt erlitten. Blair hatte danach sein Kabinett umgebildet.

Der Regierungschef erklärte, vielen in der Partei gehe es bei der Forderung nach einem Zeitplan für seinen Rücktritt um eine ordentliche Nachfolge. Es gebe allerdings auch diejenigen, die einen grundlegenden Politikwechsel wollten, sagte Blair mit Blick auf die Parteilinke. Mit ihnen werde es aber nur eine Niederlage und den Weg in Opposition geben. «Und dagegen werde ich kämpfen», sagte Blair. (dapd)

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