Blair-Nachfolge: Brown bringt sich in Position
Aktualisiert

Blair-Nachfolge: Brown bringt sich in Position

Mit einer selbstbewussten Grundsatzrede hat der britische Schatzkanzler Gordon Brown am Montag seinen Anspruch auf die Nachfolge von Premierminister Tony Blair bekräftigt.

Brown bekannte sich auf dem Labour-Parteitag in Manchester klar zur politischen Mitte und verteidigte Blairs Kurs. Zugleich kündigte er jedoch an, die Partei auf progressive Weise reformieren zu wollen. Die Delegierten quittierten die mit Spannung erwartete Ansprache mit stürmischem Beifall.

Mit Blick auf Blairs Anti-Terror-Politik stellte sich Brown voll und ganz hinter den Premierminister. Die Welt habe sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verändert, und auf Grossbritannien seien damit neue Verantwortungen zugekommen. Gegenüber Terroristen dürfe es keine Neutralität geben. In einem Wink an den linken Parteiflügel, der den britischen Einsatz im Irak vehement ablehnt, sagte er allerdings auch, der Premierminister sollte nicht als Einziger die Macht haben, einen Krieg zu erklären. Die letzte Entscheidung müsse beim Parlament liegen.

Brown räumte ein, dass es zwischen ihm und Blair gelegentlich Differenzen gegeben habe, doch bedauerten es beide zutiefst, dass dies mitunter von den bedeutenden politischen Themen abgelenkt habe. Nun müsse die Partei die Querelen der vergangenen Wochen hinter sich lassen. Den breitesten Raum in der Rede des Schatzkanzlers nahmen innenpolitische Themen ein. Dabei erklärte Brown, dass es ihm ein Genuss sein würde, die Konservative Partei zu besiegen.

Brown gilt als wahrscheinlichster Nachfolger, wenn Blair im kommenden Jahr wie angekündigt das Amt des Regierungschefs niederlegt. Blair selbst hat angekündigt, dass dies sein letzter Labour-Parteitag als Premierminister sein werde. Er wird am (morgigen) Dienstag vor den Delegierten sprechen. (dapd)

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