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Femen und CoBlanker Busen gegen Barbie

In Berlin hat das «Barbie-Haus» seine Pforten geöffnet: Die Ausstellung gibt bis August Einblick in die Welt der Plastik-Puppe, lockte zu Beginn aber vor allem Protestler und Presse an.

von
phi

Als am 16 Mai um zehn Uhr morgens in Berlin die neue Ausstellung eröffnet wurde, überstieg die Zahl der Journalisten die der Zuschauer deutlich. «Barbie – The Dreamhouse Experience» hatte die Fans eingeladen, nahe des Alexanderplatzes auf 2500 Quadratmetern neue Seiten an der Plastikpuppe zu entdecken.

Doch Barbie hat nicht nur Fans. Das macht vor allem jene Frau deutlich, die sich plötzlich vor dem Gebäude in der Voltairestrasse die Kleidung vom Leib reisst und eine Fackel anzündet. Sie hat die Form eines Kreuzes, an das eine der Plastikpuppen genagelt ist. «Burn your idol», ruft die Frau, auf deren Körper «Life in Plastic is not fantastic» geschrieben steht. Klara Martens, das Mitglied der Frauen-Gruppe Femen, protestiert halbnackt, bis ein Sicherheitsmann sie wegführt.

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Neben Femen kritisiert auch die Organisation «Occupy Barbiehaus» die rosarote Puppenschau. Julia Götte protestiert, «um gegen das stereotype Rollenbild zu demonstrieren, das durch Barbie transportiert wird», wie sie der «Berliner Zeitung» verriet. «Die Erfüllung von Mädchen besteht nicht darin, sich zu schminken, zu backen und zu kochen.» Stevie Schmiedel von «PinkStinks» kritisiert nicht die Besucher, aber die Werbewelt von Ken und Co.: «Der Druck, schön und dünn zu sein, ist enorm gross.»

Selbst die Bildungsgewerkschaft GEW spricht sich gegen den Bestseller aus dem Hause Mattel aus. «Was wir hier im Barbiehaus erleben, verstehen wir nicht unter pädagogischer Vielfalt. Typisch Mädchen, typisch Junge, das haben wir längst überwunden», meint die Vorsitzende Doreen Siebernik. 150 Demonstranten, die sich vor dem Ausstellungsgebäude versammelt haben, dürften ähnlich denken.

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