Multiresistenter Keim: Blasenentzündung bald kaum mehr behandelbar?
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Multiresistenter KeimBlasenentzündung bald kaum mehr behandelbar?

Harnwegsinfekte können lebensgefährlich sein. In Zukunft möglicherweise sogar noch häufiger, denn der verantwortliche Keim ist multiresistent geworden.

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In Deutschland breitet sich ein multiresistenter Stamm des Darmkeims Escherichia coli aus, warnen Forscher der Universität Giessen. Waren 2006 noch null Proben von dem Keim betroffen, konnte er 2016 bereits in 45 Prozent der untersuchten menschlichen Stuhlproben nachgewiesen werden.

In Deutschland breitet sich ein multiresistenter Stamm des Darmkeims Escherichia coli aus, warnen Forscher der Universität Giessen. Waren 2006 noch null Proben von dem Keim betroffen, konnte er 2016 bereits in 45 Prozent der untersuchten menschlichen Stuhlproben nachgewiesen werden.

Universität Giessen/Pressestelle
Unklar ist derzeit noch, welche Folgen die Ausbreitung hat. Sicher ist aber: Der Erreger könnte, genauso wie andere multiresistente Keime, vor allem bei Kranken und Menschen mit schwachem Immunsystem heftige Blasenentzündungen auslösen. Mehr zu Harnwegsinfekten erfahren Sie auf den nächsten Bildern.

Unklar ist derzeit noch, welche Folgen die Ausbreitung hat. Sicher ist aber: Der Erreger könnte, genauso wie andere multiresistente Keime, vor allem bei Kranken und Menschen mit schwachem Immunsystem heftige Blasenentzündungen auslösen. Mehr zu Harnwegsinfekten erfahren Sie auf den nächsten Bildern.

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1. Fakt: Blasenentzündungen sind Frauensache, da die weibliche Harnröhre kürzer ist als die männliche und Krankheitserreger schneller ihr Ziel erreichen. Laut einer im «British Journal of Family Medicine» veröffentlichten Studie leidet jede zweite Frau mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung.

1. Fakt: Blasenentzündungen sind Frauensache, da die weibliche Harnröhre kürzer ist als die männliche und Krankheitserreger schneller ihr Ziel erreichen. Laut einer im «British Journal of Family Medicine» veröffentlichten Studie leidet jede zweite Frau mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung.

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Blasenentzündungen sind lästig und unangenehm. Davon können die meisten Frauen ein Lied singen. Denn in der Regel trifft es sie. Entsprechend fürchten sie eine Neuansteckung.

In Zukunft könnte die Sorge noch berechtigter sein, befürchten Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Universität Giessen. Denn in Deutschland breitet sich zurzeit ein multiresistenter Stamm des Darmkeims E-Coli rasant aus, einer der häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen.

Von 0 auf 45 Prozent

Das Team um den Mikrobiologen Moritz Fritzenwanker hat untersucht, wie stark sich ST131 CTX-M27, so der Name des Keim-Stamms, in den letzten Jahren in Deutschland ausgebreitet hat. Dafür wurden mehr als 1000 Proben analysiert.

Dabei zeigte sich, dass der Keim 2009 noch in keiner deutschen Probe auftauchte. Sieben Jahre später sah das schon ganz anders aus, wie im Fachjournal «Emerging Infectious Diseases» nachzulesen ist. So identifizierten die Forscher den problematischen E-Coli-Stamm in 45 Prozent der menschlichen Stuhlproben aus dem Jahr 2016.

Das zeigt laut Fritzenwanker und seinen Kollegen deutlich, dass sich dieser Bakterienstamm in Deutschland zusehends ausbreitet. Damit mache die Studie deutlich, wie wichtig die Überwachung multiresistenter Keime sei.

Offene Fragen

Unklar ist derzeit noch, welche Folgen die Ausbreitung von ST131 CTX-M27 für Patienten – vor allem in Spitälern – hat und wie sich der Keim von den bisher kursierenden resistenten E-Coli-Stämmen unterscheidet.

Sicher ist aber: Er könnte, genauso wie andere multiresistente Keime, vor allem bei Kranken und Menschen mit schwachem Immunsystem heftige Blasenentzündungen und Blutvergiftungen auslösen.

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