Aktualisiert 31.05.2011 14:12

ISL-Schmiergeldskandal

Blatter blockiert brisantes Dokument

Eine Papier der Zuger Staatsanwaltschaft soll Schmiergeldzahlungen an Fifa-Exponenten belegen. Sepp Blatter geht laut einem Bericht gerichtlich gegen die Veröffentlichung vor.

von
pbl/mon
Sepp Blatter geht mit juristischen Mitteln gegen die Veröffentlichung eines brisanten Dokuments vor.

Sepp Blatter geht mit juristischen Mitteln gegen die Veröffentlichung eines brisanten Dokuments vor.

Der Zeitpunkt wäre denkbar ungünstig: Kurz vor den Fifa-Präsidentenwahlen vom 1. Juni hätten strafrechtliche Vorwürfe gegen Präsident Blatter und die Fifa publik werden können. Ein Dokument nennt laut einer Meldung der «Handelszeitung» mindestens zwei Empfänger von Schmiergeldern innerhalb der Fifa und beschreibt die Rolle der Fifa-Spitze, die von den Zahlungen gewusst, aber nichts dagegen unternommen hatte.

Es handelt sich um die Einstellungsverfügung, mit der die Staatsanwaltschaft Zug ein Verfahren gegen die Fifa und zwei Fifa-Exponenten abgeschlossen hat. Bereits zweimal gab die Staatsanwaltschaft gemäss der «Handelszeitung» grünes Licht für die Veröffentlichung des Dokuments. Zweimal habe die Fifa Einsprache erhoben – zuletzt am 24. Mai 2011 beim Obergericht des Kantons Zug. Das Gericht dürfte in den nächsten sechs Monaten über die Veröffentlichung entscheiden.

Die Verfügung datiert vom 11. Mai 2010 und kam zustande, nachdem die Fifa und die zwei Fifa-Exponenten 5,5 Millionen Franken bezahlt hatten, um die Strafuntersuchung abzuwenden. Auslöser dafür war die Sportagentur ISMML/ISL, nach deren Konkurs 2001 die Zahlungen ans Licht gekommen sind.

«Killer-Story»

Der britische Enthüllungsjournalist Andrew Jennings erwähnte das Dokument auch in seinem Beitrag für die BBC-Sendung «Panorama» vom letzten Sonntag. In einem Mail an 20 Minuten Online schreibt Jennings, es handle sich um «die Killer-Story, die Blatter erledigen wird». Der Fifa-Chef habe zugeben müssen, von den Schmiergeldzahlungen gewusst zu haben, meint Jennings, der seit Jahren Beweise für Korruption in der Fifa sammelt. (pbl/mon/sda)

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