«Rundschau»: Blatter will ins SRF – Anwälte pfeifen ihn zurück
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«Rundschau»Blatter will ins SRF – Anwälte pfeifen ihn zurück

Sepp Blatter sollte heute in der «Rundschau» auftreten, doch seine Anwälte blocken ab. SRF-Moderator Sandro Brotz hofft, dass er doch noch auftaucht.

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Der Fifa-Korruptionsskandal im Überblick9. September 2016Ex-Präsident Sepp Blatter droht neuer Ärger. Die Ethikkommission des Fussball-Weltverbands hat ein neues Verfahren gegen dessen früheren Präsidenten eröffnet. Wegen Zahlungen von Gehältern und Boni wird  auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt.

Der Fifa-Korruptionsskandal im Überblick9. September 2016Ex-Präsident Sepp Blatter droht neuer Ärger. Die Ethikkommission des Fussball-Weltverbands hat ein neues Verfahren gegen dessen früheren Präsidenten eröffnet. Wegen Zahlungen von Gehältern und Boni wird auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt.

Keystone/Valentin Flauraud
5. August 2016Gianni Infantino kann aufschnaufen. Die Ethikkommission des Weltfussballverbandes hat die Ermittlungen gegen ihren Präsidenten eingestellt. Der Schweizer habe nicht gegen Verhaltensregeln verstossen. Untersucht wurden etwa Reisen des Wallisers wie auch dessen Personalpolitik.

5. August 2016Gianni Infantino kann aufschnaufen. Die Ethikkommission des Weltfussballverbandes hat die Ermittlungen gegen ihren Präsidenten eingestellt. Der Schweizer habe nicht gegen Verhaltensregeln verstossen. Untersucht wurden etwa Reisen des Wallisers wie auch dessen Personalpolitik.

AP/Rebecca Blackwell
3. Juni 2016Im Fifa-Hauptsitz von Präsident Gianni Infantino fand schon wieder eine Hausdurchsuchung statt. Es wurden Dokumente und elektronische Daten gesammelt.

3. Juni 2016Im Fifa-Hauptsitz von Präsident Gianni Infantino fand schon wieder eine Hausdurchsuchung statt. Es wurden Dokumente und elektronische Daten gesammelt.

epa/Rungroj Yongrit

Sepp Blatter ist in Zürich, er ist sowohl am Montag als auch am Dienstag mit dem Auto in sein Büro im Fifa-Hauptsitz am Zürichberg gefahren. Für Mittwoch stand ein Abstecher nach Zürich-Oerlikon in das «Rundschau»-Studio des SRF auf dem Programm. Nun findet die Livesendung aber doch ohne den 79-jährigen Walliser statt.

Nach langem Hin und Her hat sich Blatter beziehungsweise seine Entourage gegen einen Auftritt entschieden, wie Moderator Sandro Brotz am Dienstagabend mit einem Tweet zu verstehen gab:

«Die Verhandlungen mit der Fifa hatten sich über eine Woche hingezogen. Dabei erhielten wir zweimal eine mündliche sowie schriftliche Zusage, zweimal folgte überraschend die Absage», so Sandro Brotz gegenüber 20 Minuten. Dabei bestand am Dienstagabend noch Hoffnung: «Vielleicht, aber eher nicht», hiess es rund 24 Stunden vor der Sendung vonseiten des Weltverbands. Am frühen Mittwochmittag folgte die Absage. Blatters Anwälte liessen via Fifa-Hauptsitz ausrichten, dass die Kommunikation fortan nicht mehr über seine Berater am Zürichberg, sondern über seine Anwälte laufe. Sprich: Sie lassen ihn nicht.

Brotz' Tür ist offen

Nur: Wenn Blatter sich im Schweizer Fernsehen zeigen will, kann er das. Schliesslich ist er das Oberhaupt der Fifa. Und Brotz stützt sich auf drei Quellen ab: «Er wollte. Ganz sicher.» Der SRF-Mann hegt noch etwas Hoffnung, dass der 79-Jährige doch noch über den Kopf seiner Rechtsvertreter hinweg entscheidet und im Leutschenbach auftaucht. «Meine Einladung gilt. Bis 20.55 Uhr sind die Studiotüren offen. Er darf gerne kommen.»

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, das weiss auch Brotz, der einen Plan B bereithält. Das Thema Fifa wird die Livesendung vom Mittwochabend dennoch prägen, und wie Brotz verrät, wird die «Rundschau» neue Details zu Verträgen des Weltverbands mit Ticketvermarktern preisgeben.

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