Aktualisiert 04.06.2015 12:55

US-Justiz ermittelt

Blatters rechte Hand sagt WM-Teilnahme ab

Jérôme Valcke, als Generalsekretär die Nummer zwei der Fifa, soll zehn Millionen Dollar Bestechungsgelder veranlasst haben. Auf die geplante Reise an die Frauen-WM in Kanada verzichtet er nun.

von
chk
Eng verbunden: Fifa-Präsident Sepp Blatter (links) mit seinem Generalsekretär Jérôme Valcke am Fifa-Kongress in Zürich. (29. Mai 2015)

Eng verbunden: Fifa-Präsident Sepp Blatter (links) mit seinem Generalsekretär Jérôme Valcke am Fifa-Kongress in Zürich. (29. Mai 2015)

Zwischen 2. Januar und 7. März 2008 habe «ein hochrangiger Fifa-Funktionär» dafür gesorgt, dass total zehn Millionen Dollar von der Schweiz auf ein Konto in New York überwiesen wurden. So steht es in der Anklageschrift gegen die in Zürich festgenommenen Fifa-Funktionäre.

Wie die «New York Times» nun berichtet, gehen die US-Ermittler davon aus, dass es Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke war, der die Gelder zu Jack Warner leitete, um dessen Stimme zugunsten von Südafrika als Gastgeberin der WM 2010 zu kaufen.

Jack Warner ist einer der 14 Angeklagten im Fifa-Korruptionsskandal. Er kontrollierte das Konto der Konföderation von Nord- und Mittelamerika (Concacaf) und der Karibischen Fussballunion (CFU), auf das die zehn Millionen Dollar eingezahlt wurden.

In einer E-Mail schreibt Valcke, er habe die Zahlung nicht autorisiert, was aber laut NYT nicht ausschliesse, dass er auf andere Weise in den Vorgang involviert war.

Die Nummer zwei der Fifa hatte bereits überraschend seine Reise zur Frauenfussball-WM in Kanada abgesagt. Gegen ihn liegt zwar keine Anklage vor, die Fifa kündete am Montagabend jedoch an, der Generalsekretär werde «in Anbetracht der aktuellen Lage» nicht wie geplant an der Eröffnung der Fussball-WM der Frauen von nächster Woche teilnehmen. «Es ist wichtig, dass er (Valcke) sich der Angelegenheiten am Fifa-Hauptsitz in Zürich annimmt», hiess es.

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