Aareböötle: Blau am Ruder – Gummiböötler droht Busse

Aktualisiert

AareböötleBlau am Ruder – Gummiböötler droht Busse

An sonnigen Wochenenden verwandelt sich die Aare in einen Highway für Gummiböötler. Auch hier gilt die Alkohollimte von 0,5 Promille.

von
Mira Weingartner
Sommer, Sonne und ein Bier: Viele Aareböötler haben Hopfensaft an Bord.

Sommer, Sonne und ein Bier: Viele Aareböötler haben Hopfensaft an Bord.

Keystone/Marcel Bieri

Sturzbetrunken trieb er im Gummiboot auf der Aare: Vom Ufer aus beobachteten Passanten am Sonntagnachmittag, wie ein Aareböötler «in schlechtem Gesundheitszustand» auf dem Fluss mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Beim Berner Schönausteg konnte die alarmierte Polizei den Mann samt Schlauchboot aus dem Fluss fischen. Die Gefahr für den Alkoholisierten war gebannt. Doch nun droht dem Aareböötler eine Busse – die Polizei teilt mit, der Mann müsse mit einer Anzeige rechnen. Laut Gesetz dürfen Bootsführer nicht mehr als 0,5 Promille intus haben, egal, ob Kapitän oder Freizeit-Böötler. Dies gilt gar für die gesamte Besatzung eines Gummibootes. «Das Binnenschifffahrtsgesetz gilt auch dann, wenn man mit einem Gummiboot auf dem Wasser unterwegs ist», sagt Regina Aeberli, Mediensprecherin der Berner Polizei. «Man hat hier dieselbe Verantwortung zu tragen, wie auf der Strasse.»

Junge Männer bauen am meisten Bootsunfälle

Die Kantonspolizei Bern rät deshalb zur Vorsicht. Besonders müssen sich junge Männer zwischen 15 und 24 Jahren in Acht nehmen: Diese sind überdurchschnittlich oft Opfer von solchen Ertrinkungsunfällen, wie Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zeigen. Generell sind in der Schweiz jährlich rund 2700 Unfälle bei Bootsfahrten zu verzeichnen. Bei Schlauchbootfahrten –ohne Rafting– ertrinkt im Durchschnitt eine Person pro Jahr.

«Auf Alkohol und Drogen verzichten»

«Die Gefahr beim ‹Gummibööteln› liegt vor allem darin, dass es ganz einfach erscheint und die Gefahren unterschätzt werden», sagt BFU-Sprecher Tom Glanzmann. Dagegen würden die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten überschätzt. Es dürfe vermutet werden, «dass Personen oft alkoholisiert sind, wie auch das aktuelle Beispiel zeigt», sagt Glanzmann. Die BFU rät deshalb, während der Bootstour auf Alkohol und auf Drogen zu verzichten.

Deine Meinung