Mehrere tote Hunde - Blaualgen im Zürichsee - Gemeinde prüft Gefahr für Kleinkinder
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Mehrere tote HundeBlaualgen im Zürichsee - Gemeinde prüft Gefahr für Kleinkinder

Bei der Seeanlage in Schmerikon SG verlor erneut ein Hund wegen giftiger Algen sein Leben. Die Gemeinde reagiert nun und prüft, ob die Konzentration auch für Kinder gefährlich werden kann.

von
Shila Ochsner
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Am Freitag kam es erneut zu einem tödlichen Vorfall eines Hundes am Seeufer des Zürichsees in Schmerikon. 

Am Freitag kam es erneut zu einem tödlichen Vorfall eines Hundes am Seeufer des Zürichsees in Schmerikon.

Politische Gemeinde Schmerikon 
Mit diesem Hinweis warnt die Gemeinde die Badegäste und Hundehalter.

Mit diesem Hinweis warnt die Gemeinde die Badegäste und Hundehalter.

Politische Gemeinde Schmerikon 
«Es ist schwierig zu sagen, wo überall diese Algen zu finden sind, daher sprechen wir eine Warnung für die ganze Bucht aus», sagt der Gemeindepräsident. 

«Es ist schwierig zu sagen, wo überall diese Algen zu finden sind, daher sprechen wir eine Warnung für die ganze Bucht aus», sagt der Gemeindepräsident.

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Darum gehts

  • Am Freitag ist erneut ein Hund gestorben, als er im Zürichsee baden war.

  • Die Gemeinde Schmerikon hängt Warnungen für Hundehalter und Badegäste auf und sperrt die Seeanlage ab.

  • Der Verdacht auf Blaualgen besteht, vor allem, da es nicht der erste Vorfall dieser Art war.

Die Seeanlage in Schmerikon SG ist ein beliebter Platz bei Badenden, aber auch bei Hundehaltern. Für Vierbeiner lauert im See jedoch derzeit tödliche Gefahr. Am Freitag, am frühen Nachmittag, verlor ein Hund sein Leben. Es wird eine Vergiftung der Stoffe im Wasser vermutet – immer wieder kommen dort wegen der Blaualgen Hunde zu Tode. Die Konzentration der giftigen Bakterien bereitet der Gemeinde Sorge.

Alleine im Juli sind in der Gemeinde Schmerikon SG bereits fünf Hunde wegen solcher Vorfälle gestorben, wie 20 Minuten berichtete. Die Gemeinde reagiert nun und warnt alle Besitzerinnen und Besitzer vor den Blaualgen. Hundehalter und auch Badegäste sollen sich in der ganzen Seebucht vor diesen Schadstoffen in Acht nehmen und das Baden meiden. «Es ist tragisch, wir hatten diesen Sommer schon mehrere solcher Vorfälle und haben nun die Seeanlage abgesperrt und Hinweistafeln aufgestellt, da wir nicht genau bestimmen können, wo und wie viel es von diesen Schadstoffen im Wasser hat», sagt der Gemeindepräsident Félix Brunschwiler.

Vorsicht geboten

«Es ist unklar, wie konzentriert die Blaualgen im Wasser sind. Durch das Hochwasser konnten sich gut solche Algen bilden, daher könnte es durchaus auch für Kleinkinder gefährlich werden», sagt Brunschwiler. Anfang nächster Woche sollen Abklärungen mit den St. Galler Fachstellen gemacht werden, bestätigt der Gemeindepräsident. Er rät deshalb, sich solange vom Wasser fernzuhalten: «Es ist nur schade, dass es gerade das schönste Wochenende trifft.»

Nicht nur in Schmerikon ist Vorsicht geboten, auch am Bodensee wurden Blaualgen nachgewiesen. Die Gemeinde Horn TG hat eine Warnung für Hundehalter ausgesprochen: Bade- und Trinkverbot für Hunde am Bodensee. 

Schneller Tod

Gemäss dem Tierarzt Kurt Raymann äussert sich eine Vergiftung durch Blaualgen schnell: «Die Wirkung setzt nach zirka zehn bis 15 Minuten ein und führt zu einem Muskelkrampf. Es handelt sich um ein Neurotoxin, das die Hunde zittern und aus dem Maul schäumen lässt. Es kommt dann zu einer Atemlähmung», sagt der Ostschweizer. Für Menschen ist das Gift nicht gleich gefährlich, es kann aber zu Magendarmproblemen führen, vor allem bei Kindern. Mehr Informationen und was man beachten sollte steht in der Box:

Blaualgen

Blaualgen brauchen ruhiges und warmes Wasser, genügend Nährstoffe und Sonnenstrahlen, um wachsen zu können, schreibt Awel, die Abteilung Gewässerschutz und das Kantonale Labor Zürich für Badewasserqualität in einem Merkblatt. Bei wechselhaftem Wetter und anschliessender Schönwetterperiode kann es innert weniger Tage zu einem starken Wachstum kommen. Hochsaison dafür sind Spätsommer und Herbst. Gefährlich für Mensch und Tier kann es sein, wenn grössere Mengen von Wasser mit einem hohen Gehalt an Cyanobakterien verschluckt werden. Eine potentielle Gefahr ist gut erkennbar, weil das Wasser eine auffällige Verfärbung aufweist. Folgende Tipps solltest du beachten:

  • Wenn man aufgrund der Algendichte im knietiefen Wasser die eigenen Füsse nicht mehr klar erkennen kann, solltest du nicht baden.

  • Auffällig gefärbte Wasserflächen mit Schlieren oder Flocken meiden.

  • Personen mit empfindlicher Haut sollen das Baden im See auf Bereiche mit klarem Wasser beschränken.

  • Verschlucken von Wasser vermeiden.

  • Nach dem Baden gut duschen und gründlich abtrocknen.

  • Hunde und Kleinkinder sollten das Baden und Spielen auf klares, farblich unauffälliges Wasser beschränken.

  • Hunde sollten nur klares Wasser trinken und bei Kontakt mit algenverseuchtem Wasser muss das Fell gut ausgewaschen werden.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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