14.02.2018 07:38

Infektionskrankheit

Blaue Farbe hilft gegen Malaria

Methylenblau hat das Zeug zum Malariamittel der Zukunft: Fast ohne Nebenwirkungen macht es den Parasiten in Windeseile den Garaus.

von
jcg
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Gegen die Infektionskrankheit ist einem internationalen Forscherteam ein Durchbruch gelungen. In Mali behandelte es Malariapatienten mit einer Kombination aus Methylenblau und einem herkömmlichen Medikament. Der blaue Farbstoff sorgte nicht nur dafür, dass die Patienten nach zwei Tagen geheilt waren.

Gegen die Infektionskrankheit ist einem internationalen Forscherteam ein Durchbruch gelungen. In Mali behandelte es Malariapatienten mit einer Kombination aus Methylenblau und einem herkömmlichen Medikament. Der blaue Farbstoff sorgte nicht nur dafür, dass die Patienten nach zwei Tagen geheilt waren.

epa/Stephen Morrison
Die Ex-Patienten konnten ab dann auch den Erreger nicht mehr weitergeben. Bei traditionellen Behandlungsmethoden konnte eine geheilte Person, wenn sie erneut gestochen wurde, die Parasiten noch mindestens eine Woche weitergeben.

Die Ex-Patienten konnten ab dann auch den Erreger nicht mehr weitergeben. Bei traditionellen Behandlungsmethoden konnte eine geheilte Person, wenn sie erneut gestochen wurde, die Parasiten noch mindestens eine Woche weitergeben.

iStock/Stmax89
Malaria: Ausgelöst wird Malaria durch einzellige Parasiten der Plasmodium-Familie. Der Parasit wird durch den Stich von infizierten weiblichen Anopheles-Mücken, die abends und nachts stechen, auf den Menschen übertragen. Nach Angaben der WHO haben sich 2017 weltweit 212 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert, 429'000 Menschen starben.

Malaria: Ausgelöst wird Malaria durch einzellige Parasiten der Plasmodium-Familie. Der Parasit wird durch den Stich von infizierten weiblichen Anopheles-Mücken, die abends und nachts stechen, auf den Menschen übertragen. Nach Angaben der WHO haben sich 2017 weltweit 212 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert, 429'000 Menschen starben.

epa/Stephen Morrison

Blauer Urin. Das ist die einzige bisher beobachtete Nebenwirkung von Methylenblau, wenn es gegen Malaria eingesetzt wird. Der Farbstoff erwies sich als vielversprechendes Mittel im Kampf gegen die Infektionskrankheit, an der jedes Jahr 212 Millionen Menschen erkranken und 429'000 sterben. Das ist das Ergebnis einer im Journal «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlichten Studie.

Demnach behandelte ein internationales Forschungsteam Malariapatienten in Mali mit einer Kombination aus Methylenblau und einem traditionellen Medikament. Nach nur zwei Tagen waren die Patienten geheilt und nicht mehr in der Lage, den Parasiten weiterzugeben.

Parasit verschwindet

Besonders letzterer Punkt stimmt die Forscher zuversichtlich. Denn bei traditionellen Behandlungsmethoden ist es bis anhin so, dass eine geheilte Person die Parasiten noch mindestens eine Woche im Blut hat. Wird sie in dieser Zeit erneut gestochen, gehen die Parasiten auf die Mücke über, die sie erneut verbreitet. Ein Teufelskreis, den die neue Behandlungsmethode durchbrechen könnte.

Die Forscher hoffen, künftig die beobachtete Blaufärbung des Urins verhindern zu können. Denn das könnte die Menschen von einer Behandlung abhalten. Sollte das nicht gelingen, müssten behandelnde Ärzte wohl einige Überzeugungsarbeit leisten, um den Menschen die Furcht vor der Methylenblau-Therapie zu nehmen, wie die Wissenschaftler schreiben.

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Die durch Anopheles-Mücken übertragene Infektionskrankheit Malaria stellte in der Schweiz bis ins 20. Jahrhundert ein Problem dar. (Im Bild: Anopheles maculipennis, eine in der Schweiz heimische Art der Anopheles-Mücke.)

Die durch Anopheles-Mücken übertragene Infektionskrankheit Malaria stellte in der Schweiz bis ins 20. Jahrhundert ein Problem dar. (Im Bild: Anopheles maculipennis, eine in der Schweiz heimische Art der Anopheles-Mücke.)

iStock/Henrik_l
In ausgedehnten Sumpfgebieten wie dem Seeland oder der Linthebene konnte sich die Malaria ungehindert ausbreiten. (Im Bild: Überschwemmung an der Mündung des Broyekanal in den Neuenburgersee 1944)

In ausgedehnten Sumpfgebieten wie dem Seeland oder der Linthebene konnte sich die Malaria ungehindert ausbreiten. (Im Bild: Überschwemmung an der Mündung des Broyekanal in den Neuenburgersee 1944)

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Dia_282-6350 / Public Domain Mark
Abhilfe schafften grossangelegte Gewässerkorrekturen in der ganzen Schweiz ab Mitte des 19. Jahrhunderts.(Im Bild: Aushubarbeiten am Nidau-Büren-Kanal 1964)

Abhilfe schafften grossangelegte Gewässerkorrekturen in der ganzen Schweiz ab Mitte des 19. Jahrhunderts.(Im Bild: Aushubarbeiten am Nidau-Büren-Kanal 1964)

ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Gerber, Hans / Com_L13-0146-0001-0002 / CC BY-SA 4.0
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