Aktualisiert 14.07.2009 19:51

SensibilisierungBlaues Kreuz startet Kurs für Eltern von Promille-Kindern

Schon mit 13 zur Alkoholberatung: Das Basler Blaue Kreuz lanciert für überforderte Eltern ein Programm zum Umgang mit Jungtrinkern.

von
Anna Luethi

Saufgelage am Rhein, Botellones und Harassenlauf: Der Alkoholkonsum Jugendlicher ist in der Stadt omnipräsent. «Es braucht mehr Sensibilisierung», sagt Eveline Bohnenblust, Leiterin der Abteilung Sucht. Beim Kanton gibt es mehrere Selbsthilfe­gruppen rund ums Thema Alkohol – besonders die Angehörigengruppe ist beliebt. Neu gibt es den Kurs Jump-Out: Hier sollen junge Erwachsene ihren Konsum reflektieren. «Die Nachfrage von Jüngeren stieg in den letzten Jahren an», sagt Bohnenblust.

Beim Blauen Kreuz suchen immer mehr Leute Rat – 2008 haben sich 431 Basler beraten lassen, mehr als je zuvor. Im Zentrum der Arbeit stehen nun die Jugendlichen: «Wir lancieren ein Programm für Eltern von Jugendlichen mit einem Alkoholproblem», sagt Geschäftsführer Gerhard Gerster. Seit 2008 gibt es einen Förderkurs Soziale Kompetenzen für junge Risikokonsumenten – nun soll ab November auch deren Umfeld unterstützt werden. Eltern seien oft hilflos ob dem Alkoholkonsum ihrer Kinder. Und: «Immer mehr fangen schon ganz früh mit Alkohol an», sagt Gerster. Das Blaue Kreuz berate mittlerweile schon 13-Jährige.

Keine neuen Vorschriften

Die von der Baselbieter Regierung geplante Wiedereinführung der Bewilligungspflicht für den Verkauf von Bier und Wein stösst auf Widerstand: Die Justiz- und Sicherheitskommission des Landrats beantragt dem Parlament, nicht auf die Vorlage einzutreten. Der Alkoholverkauf an Jugend­liche sei schon heute verboten – statt neue Vorschriften zu erlassen, sollten die bestehenden bundesrechtlichen Instrumente an­gewendet werden. Die Verantwortung für ihre Kinder liege zudem in erster Linie bei den Eltern.

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