Uitikon/Waldegg ZH: Blaufahrer aus Uitikon für tätige Reue belohnt
Aktualisiert

Uitikon/Waldegg ZHBlaufahrer aus Uitikon für tätige Reue belohnt

Laut Anklage sollte ein Unternehmer aus Uitikon nach einer Blaufahrt eine rekordverdächtige Geldstrafe von 54 000 Franken bezahlen. Dank einer Alkoholabstinenz kam der Mann mit einem blauen Auge davon.

von
Attila Szenogrady

Die Blaufahrt vom Juli 2008 war unbestritten. Demnach hatte sich ein heute 61-jähriger Unternehmer aus Uitikon mit seinem Personenwagen in den Ausgang nach Zürich begeben. In den frühen Morgenstunden geriet er an der Rolandstrasse im Kreis 4 prompt in eine Polizeikontrolle. Eine sogleich angeordnete Blutprobe liess keine Zweifel offen. Der verdächtige Lenker hatte mindestens 2,01 Promille Alkohol intus und hatte damit die Fahrt im Vollrausch angetreten.

54 000 Franken Geldstrafe gefordert

Da der erwischte Blaufahrer bereits eine einschlägige Vorstrafe auf dem Kerbholz hatte, kam für den zuständigen Staatsanwalt nur noch eine harte Sanktion in Frage. Der Angeklagte sollte eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagesssätzen zu 300 Franken dem Staat abliefern. Insgesamt hätte dies für den Rückfalltäter eine für Alkohol am Steuer rekordverdächtige Summe von 54 000 Franken bedeutet. Nicht eingerechnet die zusätzliche Verfahrens- und Gerichtskosten.

14-monatige Abstinenz belohnt

Als sich der Angeklagte vor über einem Jahr am Bezirksgericht Zürich verantworten musste, zeigte er sich geständig, reumütig und einsichtig. Zudem konnte er vorweisen, dass er seit dem Vorfall keinen Alkohol mehr trank und seine Abstinenz regelmässig ärztlich bescheinigen liess. Ein Verhalten, welche das Gericht in seinem kürzlich eröffneten Urteil belohnte. Es gab dem Beschuldigten eine letzte Chance und setzte eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 220 Franken, also insgesamt 22 000 Franken auf Bewährung sowie eine Busse von 1000 Franken fest. Bei einer langen Probezeit von vier Jahren.

Günstige Prognose

Aufgrund einer 14-monatigen Abstinenz ging das Gericht von einer günstigen Prognose für den Unternehmer aus. So habe sich der fehlbare Lenker an alle ihm auferlegte Auflagen des Strassenverkehrsamtes gehalten und inzwischen seinen Führerausweis zurückerhalten, steht im schriftlich begründeten Entscheid. Zudem hielt der Einzelrichter fest, dass sich die Blaufahrt auch auf das Privatleben massiv ausgewirkt habe. So sei infolge des entzogenen Führerausweise auch seine berufstätige Ehefrau in Mitleidenschaft gezogen worden. Er habe sie längere Zeit nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz fahren können.

Der Angeklagte soll aber neben der Busse von 1000 Franken die Gerichtsgebühr von über 1 500 Franken bezahlen.

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