Aktualisiert 11.06.2008 15:48

Luzerner ObergerichtBlaufahrer zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt

Das Luzerner Obergericht hat einen Automobilisten, der sich nach einem Restaurantbesuch stark alkoholisiert hinters Steuer setzte, zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Das Gericht veröffentlichte das Urteil am Mittwoch, nachdem das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde abwies. Der heute 53- jährige Jurist machte sich demnach des Fahrens im im angetrunkenen Zustand und der Vereitelung der Blutprobe schuldig.

Der Vorfall ereignete sich an einem Samstagnachmittag im 2004 im Luzerner Würzenbachquartier. Ein nicht im Dienst befindlicher Stadtpolizist beobachtete, wie der Angeklagte sich bei einem Restaurant stark alkoholisiert in einen Wagen setzte und wegfuhr.

2,65 Promille

Der Stadtpolizist stellte sich dem Auto in den Weg, worauf der Angeklagte den Wagen erneut parkierte. Der auf dem Polizeiposten durchgeführte Atemlufttest ergab 2,65 Promille. Der Angeklagte verweigerte eine Blutprobe.

Der Angeklagte gab zwar zu, dass er übermässig Alkohol konsumiert hatte. Er bestritt aber, mit dem Auto, das seinem Vater gehörte, weggefahren zu sein.

Das Amtsgericht Luzern-Stadt sprach den Angeklagten 2006 frei. Der Staatsanwalt appellierte darauf beim Obergericht und erhielt von diesem nun Recht.

Unglaubwürdige Behauptungen

Die Bestreitungen des Angeklagten seien unglaubwürdige und konstruierte Schutzbehauptungen, die Aussagen des Stadtpolizisten dagegen glaubhaft und realitätsnah, schreibt das Obergericht in seinem Urteil.

Der Angeklagte war bereits zuvor wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand bestraft worden. Weil er finanziell von seinem Vater abhängig ist, verzichtete das Gericht auf die vom Staatsanwalt geforderte Geldstrafe und verpflichtete den Angeklagten zu gemeinnütziger Arbeit.

(sda)

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