Blaulicht und Sirene, aber weit und breit kein Feuer
Aktualisiert

Blaulicht und Sirene, aber weit und breit kein Feuer

Viel Rauch um nichts: Neuste Zahlen belegen, dass immer mehr falsche Brandmeldungen die Feuerwehrleute im Kanton Bern Tag und Nacht auf Trab halten.

«Wir nehmen jeden Einsatz ernst», erklärt Rolf Witschi vom Solothurner Feuerwehr-Verband. Obwohl sich rund zwei Drittel der Fälle als Fehlalarm erweisen, rückt er lieber einmal zu viel als einmal zu wenig aus. Selbst wenn der Alarm bei einem Gebäude bis zu 20-mal im Jahr umsonst losgeht, wie etwa in einem Betrieb bei Grenchen.

In den letzten Jahren wurden fast überall Brandmelder installiert. «Nicht zuletzt auf Druck der Versicherungen», weiss Urs Gugger von der Feuerwehr Bern. Bedienungsfehler, mangelnde Wartung, technische Defekte und Unfug sind Hauptgründe für Falschmeldungen. In Thun haben die Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen im letzten Jahr um 62 Prozent zugenommen. In Burgdorf gab es rund doppelt so viele Fehlalarme wie Brandfälle – und auch in Biel rückte die Feuerwehr bei jedem zweiten Brandeinsatz umsonst aus.

Ein Fehlalarm kann teuer werden: Die Feuerwehr verrechnet für solche Einsätze zwischen 300 und über 1000 Franken. Besonders bei nebenamtlichen Feuerwehrleuten zerren die häufigen Bagatellfälle an den Nerven. «Wir wurden auch schon gerufen, weil ein Hund in einem Gartenhag eingeklemmt war», erzählt Hermann Baudenberger vom Löschzug Thun.

Patrick Marbach

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