Unihockey-Cupfinals: Blauweisse Unihockey-Cupsieger
Aktualisiert

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GC gewinnt den Unihockey-Cupfinal gegen Meister Alligator Malans 4:3. Bei den Frauen setzt sich Zug gegen Piranha Chur 6:5 durch.

von
Oliver Fischer

Zum zweiten mal in seiner Vereinsgeschichte hat sich GC Unihockey für den Cupfinal qualifiziert und zum zweiten mal holen die Grasshoppers den Cupsieg. Nach Wiler-Ersigen im Final 2011 besiegt GC auch 2014 den amtierenden Meister, dieses mal Alligator Malans.

Der Sieg der Zürcher war sicher verdient, die Partie stand aber lange auf des Messers Schneide und hätte im letzten Drittel beim Stand von 3:3 durchaus auch auf die Seite von Malans kippen können. Dies sah auch der Malanser Captain Joel Friolet so: «Wir hatten Anfang des Schlussdrittels das Momentum eigentlich auf unserer Seite und die Partie könnte auch auf unsere Seite kippen. Dann schiessen sie zwei Tore und wir können nicht mehr reagieren.» Am Ende konnten sich die Zürcher aber auf ihren Goalie Corado Bühler verlassen und als der 4:3-Führungstreffer gefallen war, erholte sich Malans nicht mehr von dem Schock. GC scheint von der Chance, einen Titel zu gewinnen, beflügelt zu werden. Topskorer Nico Scalvinoni: «Wir waren von Anfang an bereit und wussten, dieser Match wird im Kopf gewonnen. So haben uns die Tore von Malans auch nicht aus der Ruhe bringen können. Ausserdem hat Corado Bühler eine Riesenpartie gespielt und uns mehrfach im Spiel gehalten.»

Teams spielten mit offenem Visier, trafen aber nicht

Beide Mannschaften legten los wie die Feuerwehr, von gegenseitigem Abtasten oder Abwarten keine Spur. Nach vier Minuten brannte es schon vor beiden Torhütern je zwei mal lichterloh, wobei Malans die gefährlicheren Abschlüsse verzeichnete. Den ersten Treffer erzielten dann aber die Grasshoppers in der 8. Minute durch Roberto Vizzini. Auch in der Folge spielten beide Teams mit offenem Visier, die Partie wurde vor allem aber in den Zweikämpfen intensiver, ein richtiger Cupfight. GC, das mit zwei Linien ins erste Drittel ging, übernahm mehr und mehr das Spieldiktat, Zählbares schaute aber – trotz einiger hochkarätiger Chancen – (noch) nicht raus. Die Zürcher Führung nach 20 Minuten ging in Ordnung, dass es nur 1:0 stand überraschte angesichts der Anzahl guter Torchancen auf beiden Seiten hingegen.

Punkt zwei Minuten nach Beginn des zweiten Drittels erhöhte der Bündner in Diensten der Zürcher, Linard Parli, auf 2:0. Die Reaktion von Malans fiel heftig aus. Mit einem Drei-Mann-Pressing versuchten sie in der Folge die Verteidiger von GC zu Fehlern zu zwingen und scheiterten in der Folge mehrfach am hervorragend aufgelegten GC-Goalie Corado Bühler. Auf der anderen Seite konnten sich die Bündner ebenfalls mehrfach bei ihrem Goalie Martin Hitz bedanken, dass nicht mehr Tore fielen. Und als man sich bereits daran gewöhnt hatte, dass auch die besten Chancen zu keinen Toren führen, verkürzte Malans in der 39. Minute verdient durch den jungen Tim Braillard doch noch auf 1:2.

Eric Björks Gewaltsschuss versetzt GC in Freudentaumel

Das Momentum war durch den Anschlusstreffer kurz vor Drittelsende auf die Seite der Bündner gefallen und das machten sie sich das zu nutzten: Erneut traf Braillard auf Pass des finnischen Nationalspielers Lauri Kapanen. Malans hatte Lunte gerochen und nur knapp zwei Minuten nach dem Ausgleich erzielte Manuel Hummer die erstmalige Führung. Nun war aber auch der Kampfgeist bei GC geweckt. Und gerade einmal zwanzig Sekunden später schloss Captain Michael Zürcher einen schön vorgetragenen Konter erfolgreich ab. Zwar endete die offensive Sturm-und-Drang-Phase damit fürs Erste wieder, dafür wurde die Gangart ruppiger. In der 53. Minute traf dann der schwedische Abwehrpatron der Zürcher, Eric Björk, mit einem Gewaltsschuss ins Kreuz und ins Herz der Bündner. Malans war geschockt und fing sich auch gleich die erste 2-Minuten-Strafe ein. Zwar blieb die Unterzahl ohne Folgen, doch der Faden war bei Alligator gerissen. Auch das obligate Time-Out und der Versuch mit sechs gegen fünf Feldspieler brachte die Wende nicht mehr, GC ist Cupsieger und hat sich für den Heim-Champions-Cup im Oktober qualifiziert.

Aussenseiter Zug siegt bei den Frauen

Bei den Frauen geht der Cupsieg eher überraschend an Zug United, womit der Cupfinal-Tag zwei mal in blauweissem Freudentaumel gipfelte. Titelverteidiger Piranha Chur fand zwar besser in die Partie, doch die Zugerinnen liessen sich nie aus der Ruhe bringen und kämpften sich immer wieder zurück in die Partie. Insgesamt geht der Sieg der Zentralschweizerinnen in Ordnung. Im Match, der immer wieder hin und her wogte und mehrere Führungswechsel erlebte, siegte am Ende die hartnäckigere Mannschaft, die in der entscheidenden Phase noch einmal zulegen konnte. Damit steht Zug United als erster Schweizer Teilnehmer des Champions Cup der Frauen im Oktober in Zürich fest.

Alligator Malans – GC Unihockey 3:4 (0:1, 1:1, 2:2)

Sporthalle Wankdorf, Bern. - SR: Güpfert/Ziegler

Tore: 8. Vizzini (Parli) 0:1. 23. Parli 0:2. 39. Braillard (Kapanen) 1:2. 42. Braillard (Kapanen) 2:2. 44. (43.33) Hummer (Braillard) 3:2. 44. (43.53) Zürcher (Johansson) 3:3. 53. Björk (Meier) 3:4.

Strafen: Malans 1 mal 2 Minuten, GC 1 mal 2 Minuten

Zug United - Piranha Chur 6:5 (3:3, 1:2, 2:0)

Sporthalle Wankdorf, Bern. - SR: Elmer/Schellenberg.

Tore: 7. Sgier (Ulber) 0:1. 9. Putzi (Ukkonen) 0:2. 11. Mischler (Umbricht) 1:2. 12. Ulber (Marti) 1:3. 12. Arnold (Mischler) 2:3. 20. Von Rickenbach 3:3. 29. Von Rickenbach (Mischler) 4:3. 36. Zwinggi (Ludwig) 4:4. 38. Ludwig (Marti) 4:5. 56. Umbricht (Arnold) 5:5. 57. Bachmann (Kälin) 6:5.

Strafen: keine Strafen gegen Zug United. 3mal 2 Minuten gegen Piranha Chur.

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