1. Mai-KundgebungenBerner Umzug endet bei der Reithalle
Die Polizei will am 1. Mai Krawalle verhindern. 20 Minuten berichtet von den Demos in Zürich, Bern und Basel.
- von
- Katja Fässler
- Manuela Humbel
Demo-Zug in Bern vorbei
Mit der Ankunft bei der Reithalle hat der Umzug von rund 200 Personen durch die Innenstadt geendet. Vor Ort schützen sich die anwesenden Personen unter der Bahnbrücke vor dem strömenden Regen. Die Lage ist nach wie vor friedlich.
Menge zieht Richtung Reithalle
Die rund 200 Personen sind mittlerweile weiter in Richtung Reithalle gezogen. Die Lage ist weiterhin relativ friedlich. Einige Demonstrierende haben sogar ihre Hunde dabei. Zwischendurch kommt es aber auch zu Vandalenakten an Plakatsäulen.
«Es ist wichtig, dass wir uns die Strasse nehmen»
Eine weitere Demonstrierende hat sich unseren Fragen gestellt. Sie erklärt, dass sie zwar eine Befürworterin der Corona-Massnahmen sei, und eigentlich sogar eine Zero-Covid-Strategie bevorzugen würde. Trotzdem hat sie sich nicht daran hindern lassen, heute nach Bern zu kommen. «Der Kapitalismus ist die Wurzel allen Übels. Es ist ein Verbrechen, dass die Impfstoffe patentiert sind. Die Arbeiterschaft leidet. Mit dem Sozialismus könnte man vieles lösen.»

Die geltenden Beschränkrungen sieht die junge Frau, die sich als Salomé vorstellt, kritisch. «Man soll den legalen Weg so weit wie möglich ausschöpfen. Unter den momentanen Umständen ist es wichtig, dass wir uns die Strasse nehmen. Ich unterwerfe mich diesen masslosen Massnahmen, die nicht einmal Bundesgesetz sind, sicherlich nicht – schon gar nicht am 1. Mai.»
«Wir distanzieren uns von diesen Schwurblern»
Vereinzelt sind am Strassenrand auch Massnahmengegner zugegen in Bern, insgesamt hält sich die demonstrierende Menge aber an die Corona-Regeln. Der Co-Präsident der Kommunistischen Jugend Schweiz erklärt im Interview, dass er zwar kein Fan der Beschränkungen bei Demonstrationen sei, sich aber von den Massnahmengegnern distanziert. «Die Arbeiterschaft leidet am meisten unter den Massnahmen»
Der Co-Präsident der Kommunistischen Jugend Schweiz erzählt, wieso er am 1. Mai demonstriert.
100 bis 200 Personen in Bern unterwegs
Zwischen 100 und 200 Personen ziehen durch die Berner Innenstadt. Sie tragen Banner und skandieren Parolen, es läuft laut Musik. Die meisten Menschen tragen Hygienemasken. Die Polizei hält sich noch im Hintergrund. Bislang bleibt alles friedlich. Mit uns sprechen möchte aber keiner der Teilnehmenden.

Der Umzug hat zu einem Unterbruch des Trambetriebs im Bereich der Marktgasse geführt. Auf dem Bundesplatz werden über Lautsprecher Reden vorgetragen. Immer wieder sind Sprechchöre «Revolution, Revolution» zu hören.
Polizei in Zürich bereitet sich vor
Die Stadtpolizei Zürich positioniert sich rund um den Helvetiaplatz im Kreis 4. Mehrere Polizeiwagen mit Gittervorrichtungen sowie mindestens ein Wasserwerfer sind vor Ort.
Ausserdem testen die Beamten eine Lautsprecheranlage, die mögliche Demonstrierenden zum Verlassen des Platzes aufruft.
Die Stadtpolizei Zürich positioniert sich rund um den Helvetiaplatz im Kreis 4. Mehrere Polizeiwagen mit Gittervorrichtungen sowie mindestens ein Wasserwerfer sind vor Ort.
Demo löst sich auf
Die Lage hat sich nach der kurzen Eskalation im St.Johann-Park wieder beruhigt. Was genau zu der Auseinandersetzung geführt hat, ist unklar. Jetzt ziehen sich die Demonstranten zurück und die Wiese beim Park leert sich. Die Polizei ist noch vor Ort und beobachtet den Abzug. 20 Minuten beendet die Liveberichterstattung aus Basel.
Prügelei im St. Johann-Park
Am Ende der Demonstration kommt es im St. Johann-Park zu einem Handgemenge. Einige Demonstrations-Teilnehmer gehen aufeinander los. Auch Kinder sind anwesend. Die Stimmung ist aufgeheizt.

Polizeiautos mit Flaschen beworfen
Erste Ausschreitungen: Einige Demonstranten werfen Flaschen gegen Polizeiautos. Die Kundgeber sind dabei losgerannt, die Stimmung war aufgeheizt. Es sind darauf auch mehr Polizeifahrzeuge herangefahren. Jetzt befindet sich der Demozug im St. Johann-Park.
Lärm fürs Pflegepersonal
«Lasst uns mal richtig Lärm machen für das Pflegepersonal, das in dieser Pandemie einfach Unglaubliches leistet», heisst es in einer Lautsprecherdurchsage, worauf lautstark applaudiert wird.
Demo geht weiter
«Alle zusammen gegen den Faschismus», rufen die Teilnehmenden und setzen ihren Marsch in Richtung Freie Strasse fort. Wieder wird eine Rauchpetarde gezündet. Es geht nun wieder zurück in Richtung Marktplatz.

Die Bilder
Demonstranten machen am Marktplatz Halt
Der Zug kommt am Marktplatz vor dem Rathaus zum Stillstand. Eine gelbe Rauchpetarde wird gezündet. «Nicht auf den Staat vertrauen, sondern auf die eigenen Kräfte», heisst es auf einem Banner. Dann setzt sich die Menschengruppe erneut in Bewegung.

So beginnt die Demo in Basel
In mehreren Schweizer Städten sind bewilligte und unbewilligte Demonstrationen geplant. In Basel sind bereits ein paar Dutzend Personen mit Fahnen und Schildern eingetroffen.
In Basel setzt sich Demozug in Bewegung
Am Basler Manesseplatz hat sich der Demonstrationszug in Bewegung gesetzt. Es sind ungefähr 100 Leute anwesend, auch die Polizei ist präsent, hält sich aber noch im Hintergrund. «Internationale Solidarität», skandieren die Teilnehmenden. Auf einem grossen Banner steht: «Wir tragen eure Krise nicht».

Maximal 100 Personen in Zürich und Bern
In Zürich und Bern dürfen sich wegen der Corona-Pandemie maximal 100 Personen zu den traditionellen Kundgebungen am Tag der Arbeit versammeln. Es sind zahlreiche bewilligte und unbewilligte Demonstrationen geplant. Gleichzeitig wollen sich die Corona-Massnahmenkritiker ab 13.30 Uhr in Lugano versammeln. Diese Kundgebung ist nicht bewilligt. 20 Minuten berichtet laufend.


