FC-Basel-Coach Patrick Rahmen spricht über Cabral und die Saison
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Patrick Rahmen im InterviewBleibt Goalgetter Cabral? Und holt der FC Basel United-Star Diallo?

Der FC Basel startete wunderbar in die neue Saison. Coach Patrick Rahmen surft auf einer Erfolgswelle. Wie läuft die Zusammenarbeit mit der neuen Führung? Was ist an den Gerüchten um United-Star Diallo dran? Und bleibt Cabral?

von
Nils Hänggi

Cabral schiesst derzeit Tore wie am Laufband. Bleibt er? Rahmen will es nicht verraten.

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Darum gehts

  • Neun Punkte haben die Basler derzeit.

  • Der FCB ist super in die Super-League-Saison gestartet.

  • Wir haben mit Coach Patrick Rahmen über den Saisonstart, Cabral und die neue Führung gesprochen.

Herr Rahmen, Glückwunsch zum fantastischen Saisonstart. Haben Sie mit einem solchen gerechnet?

Patrick Rahmen: Danke, wir sind zufrieden. Wir konnten aber nicht davon ausgehen, dass wir gleich so einen Start hinlegen. Und es ist ja auch nicht so, dass alles perfekt ist. Es gibt einige Bereiche, in denen wir uns noch verbessern müssen. Man konnte nicht davon ausgehen, dass wir so viel gewinnen. Während der Vorbereitung konnte ich natürlich schon das Potenzial erkennen. Doch wir variierten zum Beispiel immer wieder zwischen zwei Systemen, das braucht Zeit.

Was war denn nicht gut?

Vor allem im Spiel gegen GC liessen wir zu viel zu, hatten wenig guten Phasen. Das Gleiche war in der ersten Halbzeit gegen Tirana der Fall. Das Gute: Beide Spiele gewannen wir. Das zeigt, dass wir ein gutes Team haben. Ich würde einfach gerne noch stilsicherer auftreten. Immer.

Wagen wir eine Prognose: Wo steht der FCB am Ende der Saison in der Meisterschaft, im Cup und in der Conference League?

Dafür ist es noch zu früh. Es sind erst drei Spiele in der Meisterschaft gespielt. Die Gruppenphase der Conference League wollen wir unbedingt erreichen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir in der letzten Saison über 30 Punkte Rückstand auf YB hatten. Wir wollen näher an die Berner heranrücken und ganz oben dabei sein. Andere konkrete Ziele will ich vorläufig nicht formulieren.

Ihr Team besteht aus Menschen aus aller Welt. Wie formen Sie eine Einheit?

Teambuilding war ein Teil der Vorbereitung. Die neuen Spieler bringen ja alle viel Qualität mit und sind gute Typen – das vereinfachte die Integration sehr. Man darf auch nicht vergessen, dass wir uns bereits im letzten Quartal der vergangenen Saison klar gesteigert haben. Da wuchs schon eine richtige Einheit zusammen. Mit der neuen Führung arbeiteten wir nun zudem sehr gut zusammen und holten, auch dank der guten Kontakte der Technischen Kommission, tolle Spieler, die zum Team passen.

Auch gegen Sion zeigten die Basler eine gute Leistung.

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Seit mehreren Monaten sind sie nun FCB-Trainer. Was muss ein solcher können?

Die Arbeit auf dem Platz ist grundsätzlich überall gleich. Mein Vorteil ist, dass ich den FC Basel in- und auswendig kenne. Ich kenne alle Exponenten, kenne Stadt und Region und weiss, wie die Muttenzerkurve tickt. Ich weiss gut, wie der Verein denkt und funktioniert.

Sie sagten vorher, dass Sie mit der neuen Führung gut zusammenarbeiten. Was hat sich denn im Vergleich zur alten geändert?

Die vorherige Führung machte mich ja noch zum Interimstrainer, auch mit dieser Crew habe ich gut zusammengearbeitet. Als der Wechsel dann kam, hat man mir dann schnell signalisiert, dass man mit mir weiterarbeiten wolle. In der Folge gab es einen intensiven Austausch. Der ist mir auch sehr wichtig. Ich muss nicht Mitglied der Sportkommission sein, aber ich will einfach auf dem Laufenden sein, was in dieser passiert – und das ist auch so.

Valentin Stocker ist Ihr Captain. In der letzten Saison gab es viel Unruhe um seine Person. Ihm wurde vorgeworfen, die Mannschaft gegen den Trainer aufzubringen, er wurde suspendiert. Später entschuldigte sich der Club bei ihm. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm?

Meine ersten Gespräche führte ich mit den Führungsspielern, darunter war auch Valentin. Ich sagte ihnen, dass sie in der Verantwortung stehen. Sie stehen auf dem Platz. Es kann nicht sein, dass nur der Trainer in einer schlechten Phase der Schuldige ist. Von Valentin erwartete ich damals, dass er alles macht, um gemeinsam mit dem Team wieder in die Spur zu kommen. Das tat er. Daher war es für mich gar kein Thema, ihm im Sommer die Binde wegzunehmen.

Murat Yakin machte Stocker zuletzt Hoffnungen auf ein Nati-Aufgebot. Warum sollte Yakin Stocker aufbieten?

Valentin zeigt, dass er ein Spieler ist, der den Unterschied machen kann. Er ist einer, der auch viele Skorerpunkte sammelt. Letztlich ist es natürlich Muris Entscheidung, ob er ihn aufbietet. Mich freut es vor allem, dass wir überhaupt wieder mehrere Spieler haben, die interessant für die Schweizer Nati sind. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so.

Apropos wichtige Spieler: Cabral schiesst die Liga kurz und klein. Was sagen Sie ihm, dass er bleibt?

Schlussendlich bleibt er nicht wegen dem, was ich ihm sage. Wichtig ist einfach, dass er Leistung bringt und mit dem Kopf beim Verein ist. Und das ist er. In dieser Saison legte er einen Zacken zu, was mich sehr freut. Aber das musste und wusste er auch. Aus den Ferien kam er gut zurück, er war fit, trainierte viel.

Also bleibt er beim FCB.

Momentan ist noch keine konkrete Anfrage da. Aber das kann sich ja schnell ändern in der Transferphase. Mal schauen (lacht).

Schauen wir den Kader sonst an. Zufrieden?

Schon, wir sind breiter aufgestellt als vorher. Vor allem bin ich aber froh, dass die bisherigen Transfers frühzeitig getätigt wurden. Dass ich mit den neuen Spielern einen Grossteil der Vorbereitung bestreiten konnte. Das war in der letzten Saison nicht so. Mal schauen, was noch passiert.

«Wir diskutieren bei uns über viele Spieler und beobachten auch viele. Es gibt aber auch immer wieder Gerüchte, an denen nichts dran ist», sagt Rahmen zu den Diallo-Gerüchten. Hier ist er neben Superstar Pogba zu sehen. 

«Wir diskutieren bei uns über viele Spieler und beobachten auch viele. Es gibt aber auch immer wieder Gerüchte, an denen nichts dran ist», sagt Rahmen zu den Diallo-Gerüchten. Hier ist er neben Superstar Pogba zu sehen.

imago images/PA Images

Es gibt Gerüchte um den Manchester-Star Amad Diallo.

Wir diskutieren bei uns über viele Spieler und beobachten auch viele. Es gibt aber auch immer wieder Gerüchte, an denen nichts dran ist.

Sie haben vorher die sportliche Kommission angesprochen. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Kaderplaner Philipp Kaufmann ab?

Mit ihm und David Degen habe ich am meisten Kontakt. Mit Philipp täglich, mit David mehrmals in der Woche. Wir tauschen Vorstellungen aus, reden über das Kader und eventuelle Transfers. Mir ist das sehr wichtig. Ich mag eine stetige Kommunikation.

Kommunikation ist wohl auch in der täglichen Arbeit mit den Spielern sehr wichtig.

Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten. Und vor allem beim FCB macht es Spass. Die Menschen aus der Region verbindet so viel mit dem Club. Und ja, es ist ein Druck, Trainer beim FC Basel zu sein. Doch mich reizt das. Ich mache meinen Job mit Überzeugung. Und mit 52 Jahren habe ich mittlerweile sicher auch die nötige Trainer- und Lebenserfahrung dafür.

Kommen wir zum Schluss: Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Das ist schwierig (lacht). Taktisches Fachwissen ist sicher die Basis. Aber der richtige Umgang mit den Spielern ist oft intuitiv. Ich glaube, ich mache das nicht so schlecht. Ich bin kommunikativ, offen für die verschiedensten Charaktere. Ich glaube das Wichtigste ist: Absolut authentisch sein. Man darf sich als Mensch und somit als Coach nicht verstellen. Das kommt nicht gut.

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