Wegen Waffendelikten verurteilt: Bleihaltige 1.August-Feier
Aktualisiert

Wegen Waffendelikten verurteiltBleihaltige 1.August-Feier

Ein Serbe hat in Altstetten den Nationalfeiertag vor einem Jahr auf seine Art begangen. Er ballerte am Abend in seinem Schrebergarten mit einem Karabiner herum.

von
Attila Szenogrady

Es war am 1. August 2008, als sich einige Leute in einem Schrebergarten an der Vulkanstrasse in Zürich-Altstetten zu einem Fest eingefunden hatten. Am Abend beobachteten sie, wie zahlreiche Feuerwerkskörper in den Himmel stiegen. Doch um 22.04 zuckten sie plötzlich zusammen. Sie hörten, wie in ihrer Nähe ein Schütze mit einem Gewehr herumballerte. Sofort alarmierten sie die Polizei.

Betrunkener Serbe ballerte in die Luft

Die Ordnungshüter waren schnell zur Stelle und konnten den verantwortungslosen Schützen festnehmen. Es handelte sich um einen heute 54-jährigen Serben, der vor seinem Schrebergarten mit einem Gewehr verhaftet wurde. Der betrunkene Mann hatte mit einem fast über 100 Jahre alten Karabiner zehn Schüsse in die Luft abgegeben. Das Tatmotiv erstaunte: So habe er am Feuerwerk aktiv teilhaben wollen, gab er später zu Protokoll. Zudem erklärte er, dass er die Waffe samt Munition erst kurz vor der Feier an der Vulkanstrasse gefunden und an sich genommen habe.

Keine Lebensgefährdung

Am Dienstag musste sich der Schütze wegen Gefährdung des Lebens und Waffendelikten vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Dabei hatte der Angeschuldigte Glück und wurde vom Hauptvorwurf der Lebensgefährdung freigesprochen. So sei ihm ein direkter Vorsatz nicht nachzuweisen, befand die Einzelrichterin. Schliesslich habe der Mann bloss in die Lüfte geschossen. Dagegen wurde er wegen Vergehens gegen und Uebertretung des Waffengesetzes für schuldig befunden. Hinzu kam eine versuchte Nötigung, da er eine Ex-Freundin mit dem Tode bedroht hatte.

Bedingte Geldstrafe

Was zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken sowie 300 Franken Busse führte. Zudem soll er die Hälfte der Gerichtsgebühr von 1 500 Franken tragen und seiner Ex-Partnerin ein Schmerzensgeld von 500 Franken entrichten.

In seinem Schlusswort hatte sich der Maurer beim Gericht entschuldigt, dass er die Waffe benutzt hatte.

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