19.12.2014 19:01

Falscher Verdacht

«Blick»-Girl tappt in die Porno-Falle

Alle «Blick»-Girls müssen schriftlich festhalten, nie im Erotik-Business tätig gewesen zu sein. Einige schwindelten. Manchmal kommt es aber zu falschen Beschuldigungen.

von
num
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So zeigte sich Sofia auf der Frontseite der Boulevardzeitung «Blick».

So zeigte sich Sofia auf der Frontseite der Boulevardzeitung «Blick».

Screenshot Blick
Diese Bilder tauchten auf einer Seite eines Berliner Escort-Service auf.

Diese Bilder tauchten auf einer Seite eines Berliner Escort-Service auf.

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Die Bilder, die im Rahmen eines Tattoo-Shootings gemacht wurden, fanden ihren Weg ins Netz. Nicht nur auf dieser Seite tauchten sie auf.

Die Bilder, die im Rahmen eines Tattoo-Shootings gemacht wurden, fanden ihren Weg ins Netz. Nicht nur auf dieser Seite tauchten sie auf.

Screenshot

Die Boulevard-Zeitung «Blick» kürte im Herbst drei Frauen zu den «Stars des Jahres». Die Girls, die sich freizügig auf der Frontseite der Zeitung zeigten, mussten zuvor aber wie alle Teilnehmerinnen schriftlich bestätigen, «nie im Erotik-Business tätig» gewesen zu sein.

Im Oktober wurde deshalb die eigentliche Erstplatzierte Marion enttarnt. Die 24-jährige Westschweizerin hatte in einem Porno mitgespielt und wurde vom Blick sofort disqualifiziert. Danach erhob sie schwere Anschuldigungen gegen die Zeitung. Vergeblich: Die zuvor Viertplatzierte rückte nach.

Diese drei neuen Gewinnerinnen flogen für ein Fotoshooting nach Kuba, das von der Zeitung begleitet wurde. Doch auch die zweitplatzierte Sofia aus Basel, die laut der Zeitung als Schichtleiterin in einem Café arbeitet, erlebte nun nach ihrer Rückkehr aus Kuba eine böse Überraschung.

Bilder auf Escort-Seite

Auf der Website eines Escort-Services in Berlin erschienen Nacktbilder von ihr. Dort wird sie als «Mia» vorgestellt, 25 Jahre alt, die ihre Dienste «Männer, Frauen, Paaren und Behinderten» anbiete. Der Katalog der angeblichen sexuellen Gefälligkeiten ist umfassend: Von Analsex, Trampling, Fisting bis Bondage und Rollenspiele ist alles dabei.

Hat Sofia also auch geschwindelt? Nein, heisst es beim «Blick». Man sei «schockiert» gewesen und habe Sofia sofort nach Bekanntwerden der Bilder und der Webseite mit den nackten Tatsachen konfrontiert.

Rechtliche Schritte gegen Fotografen

Andreas Dietrich, stellvertretender Chefredaktor des «Blick», sagt: «Sofia hat diese Fotos nach eigenen Angaben im Rahmen eines Fotoshootings zu ihren Tattoos gemacht. Die Bilder sind auf noch unbekannten Wegen zu dieser Escort-Seite gelangt.» Die 24-Jährige habe der Redaktion glaubhaft darlegen können, nie im Erotik-Business gearbeitet zu haben. Dietrich: «Sie hat dies in einer schriftlichen Stellungnahme am 18. Dezember 2014 nochmals versichert.»

Wie die Fotos zur Seite gelangen konnten, versucht die dreifache Mutter nun herauszufinden. Dietrich sagt: «Sofia ist darüber entsetzt und behält sich rechtliche Schritte gegen den betreffenden Fotografen vor.» Bei der Escort-Seite heisst es auf Anfrage von 20 Minuten: «Eine Mia gibt es bei uns nicht und hat auch nie bei uns gearbeitet.» Wenige Minuten später ist die Seite mit den Bildern offline.

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