Aktualisiert 11.11.2011 14:54

Wegen Petarden-Story?

«Blick»-Journalisten mit dem Tod bedroht

Unbekannte haben fünf Journalisten des «Blicks» bedroht. Sie legten ihnen tote Fische in die Briefkästen, belästigten sie mit Telefonterror und verteilten Hetzflyer.

von
Felix Burch
Solche Plakate wurden in der Stadt Zürich aufgehängt.

Solche Plakate wurden in der Stadt Zürich aufgehängt.

«So etwas haben wir in dieser Härte und Breite noch nie erlebt», sagt Ringier-Sprecher Edi Estermann zur Hetzkampagne, die in der Nacht auf Freitag gegen fünf «Blick»-Journalisten geführt wurde. Die betroffenen Kollegen hätten am Freitagmorgen alle einen toten Fisch im Briefkasten gefunden. Zudem seien grossflächig Drohflyer am Wohnort der Journalisten sowie in der Stadt Zürich und bei «Blick»-Boxen gestreut worden. «Besonders perfid ist, dass solche Drohflyer auch auf dem Schulplatz der Kinder der ‹Blick›-Mitarbeiter verteilt wurden», sagt Estermann gegenüber 20 Minuten Online.

Auch übers Telefon erhielten die Reporter massive Drohungen «gegen Leib und Leben». Ab vier Uhr in der Früh seien entsprechende Botschaften eingegangen. Auf den Inhalt der Drohungen möchte der Ringier-Sprecher nicht eingehen.

Beim Zürcher Stauffacher hängten die unbekannten Täter zudem ein Plakat mit drei der fünf Bedrohten auf, wie Tages-Anzeiger.ch berichtet. Darauf werden die Journalisten als «(Ruf-)Mörder» bezeichnet. Zwei abgebildete sind Sportjournalisten, einer ist ein Gerichtsreporter, unter den Fotos sind die privaten Telefonnummern der drei aufgeführt. Das Plakat wurde offenbar nicht nur am Stauffacher angebracht. Auch beim Viadukt im Zürcher Kreis 5 tauchte es auf.

Das Werk von FCZ-Anhängern?

Wer steckt hinter der Aktion? Die Stadtpolizei Zürich kann zurzeit noch nichts dazu sagen. Entsprechende Abklärungen seien im Gange. Beim «Blick» hingegen hat man einen Verdacht: «Wir gehen davon aus, dass es mit der Berichterstattung über den verletzten FCZ-Fan von Rom zu tun hat», sagt Estermann. Der «Blick» berichtete während mehreren Tage über die Vorfälle in Rom. Alle fünf bedrohten Journalisten seien in diese Geschichte involviert gewesen. Der FCZ-Anhänger wurde vom «Blick» unter anderem als Petarden-Trottel bezeichnet, was zu Kritik führte.

Gemäss Estermann war die Berichterstattung über den Vorfall in Rom «hart, aber fair». Die jetzigen Attacken nehme man sehr ernst und mache sich Sorgen.

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