Wüstengeiseln: Blickkontakt mit Geiselnehemer
Aktualisiert

WüstengeiselnBlickkontakt mit Geiselnehemer

Sudanesesische Truppen haben die Entführer der deutschen und italienischen Ägypten-Urlauber geortet und überwachen sie von weitem. Aus Sorge um das Leben der insgesamt 19 Geiseln sei es zurzeit aber nicht geplant, gegen die Täter vorzugehen.

«Wir überwachen sie aus der Ferne, planen aber nicht, den Ort zu stürmen oder das Leben der Geiseln zu gefährden», sagte der Sprecher des sudanesischen Aussenministeriums, Ali Youssef, der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch. «Es wird keinerlei militärische Aktion erwogen.» Nach seinen Angaben befinden sich die entführten Touristen im Sudan, etwa 25 Kilometer von der Grenze zu Ägypten entfernt.

Im Auswärtigen Amt in Berlin lief die Arbeit des Krisenstabes weiter auf Hochtouren. «Wir sind in ständigem Kontakt und der Krisenstab tut seiner Arbeit», sagte Aussenminister Franz-Walter Steinmeier in New York.

Verhandlungen laufen

Die Verhandlungen mit den Tätern laufen offenbar über die deutsche Frau des ebenfalls entführten Reiseleiters. Es gebe zwei Telefongespräche am Tag, verlautete aus ägyptischen Sicherheitskreisen.

Die Identität der Geiselnehmer ist weiter unklar. Es wird vermutet, dass es sich um Angehörige eines Wüstenstammes handelt. Die Behörden im Sudan haben erklärt, dass es sich um Ägypter handle. Die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA meldete jedoch unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Täter seien sehr wahrscheinlich keine Ägypter. Sie haben MENA zufolge ein Lösegeld von 15 Millionen Dollar verlangt.

Die Gruppe der Safari-Urlauber besteht aus fünf Deutschen, fünf Italienern, einer Rumänin und acht ägyptischen Begleitern. Sie wurden am Freitag auf einem abgelegenen Plateau in Südwestägypten, dem Gilf al Kebir, überfallen. In diese Region kommen nur wenige hundert Abenteuerurlauber im Jahr, die von der dramatischen Wüstenlandschaft und prähistorischer Höhlenkunst angezogen werden.

Zwei der deutschen Geiseln kommen aus Baden-Württemberg - eine 69-jährige Frau aus Mannheim sowie ein 37-jähriger Mann. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung handelt es sich bei den weiteren deutschen Geiseln um ein Paar aus Kassel im Alter von 57 und 60 Jahren sowie einen 65 Jahre alten Mann aus Berlin. Bei der Rumänin handelt es nach Berichten rumänischer Medien offenbar um eine 33 Jahre alte Frau, die vor vier Jahren nach Deutschland gezogen sei und in Freiburg an der Universität gearbeitet haben soll. (dapd)

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