Aktualisiert 27.07.2015 15:02

ChurfirstenBlitz brennt längste Slackline der Welt durch

Samuel Volery spazierte letzte Woche über ein 600 Meter langes Seil zwischen zwei Churfirsten – eine neue Weltrekordstrecke. Doch ein Blitz machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

von
Jeroen Heijers
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Samuel Volery hat vergangene Woche in den Churfirsten die längste Highline der Welt gespannt.

Samuel Volery hat vergangene Woche in den Churfirsten die längste Highline der Welt gespannt.

Martin Knobel & Andrej Blaha
So etwas hat noch niemand versucht, sagt der 31-Jährige aus Uster im Kanton Zürich.

So etwas hat noch niemand versucht, sagt der 31-Jährige aus Uster im Kanton Zürich.

Martin Knobel & Andrej Blaha
537 Meter misst die Lücke zwischen dem Zuestoll und dem Schibenstoll in den Churfirsten.

537 Meter misst die Lücke zwischen dem Zuestoll und dem Schibenstoll in den Churfirsten.

Martin Knobel & Andrej Blaha

Seit Monaten hatte er sie minutiös geplant und vorbereitet: Samuel Volery (31) hat vergangene Woche die längste Highline der Welt in den Churfirsten gespannt. 537 Meter misst die Lücke zwischen dem Zuestoll und dem Schibenstoll in den Churfirsten, die der 31-Jährige überqueren wollte. Die beiden 600 Meter langen Slacklines, die das Hauptband und das Sicherheitsband bildeten, waren eine Spezialanfertigung für den Extremsportler aus Uster im Kanton Zürich. «So etwas Ähnliches hat noch nie jemand versucht», sagt der 31-jährige Volery.

35 Meter Durchhang

Eine Woche zuvor hatte Volery auf beiden Seiten drei Löcher in den Fels gebohrt, um die Bohrhaken einzusetzen, an denen die Lines verankert wurden. Am 18. Juli ging es dann los: Slacklines, Abseilmaterial, Zelte und Essen in unzähligen Rucksäcken wurden auf die Churfirsten geschleppt. Einen Tag später stand er schon früh auf der Slackline. Zwei Stunden lang spazierte er mit erhobenen Armen über den Abgrund, stürzte gelegentlich und stand wieder auf.

«Bei solchen Höhen und Strecken ist man immer gesichert», sagt Volery. Deshalb habe er auch keine Angst gehabt. Obwohl das Band in der Mitte unter seinem Gewicht um 35 Meter durchhing, schaffte er es, die gesamte Strecke zurückzulegen. Als Rekord zählte das allerdings noch nicht, weil er die Strecke nicht in einem Zug zurücklegte. Doch dafür hätte er noch eine Woche Zeit gehabt.

Volery gibt nicht auf

Am Sonntagnachmittag zog dann aber plötzlich ein Sturm auf. Volery stieg mit seinem Team ins Camp ab, denn Stürme können auf den unbewachsenen Felsen lebensgefährlich sein. Als das Unwetter vorbei war, sollte es eigentlich nochmals losgehen. Doch als Volery zu seiner Highline hinaufschaute, trauten er seinen Augen nicht. «Ein Teil der Line war verkohlt und hing lose herunter. Da wussten wir, dass der Blitz eingeschlagen hatte», sagt Volery.

Damit war der Weltrekord-Versuch gescheitert. «Die Enttäuschung war natürlich riesig. Wir hatten das alles seit Februar geplant», sagt Volery. Doch aufgeben möchte der 31-Jährige nicht. «Wenn wir wieder alle Bewilligungen haben und das Material passt, werden wir zurückkommen», sagt Volery. Doch beim nächsten Mal will er sich eine Jahreszeit aussuchen, in der das Gewitter-Risiko geringer ist.

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