St. Gallen: Blitzer-Warnung der Polizei erntet viel Lob

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St. GallenBlitzer-Warnung der Polizei erntet viel Lob

Die Kantonspolizei St. Gallen verrät den Autofahrern künftig online, wo der nächste Blitzer wartet. Dafür erntet sie grösstenteils Lob - aus ganz verschiedenen Gründen.

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dst
Einer der angekündigten Blitzer steht momentan in Häggenschwil SG.

Einer der angekündigten Blitzer steht momentan in Häggenschwil SG.

Mit Facebook-Einträgen und auf ihrer Website zeigt die St. Galler Kantonspolizei künftig die Standorte der acht semistationären Radarkasten. Dadurch können die Autofahrer den Fuss vom Gas nehmen und ihr Portemonnaie entlasten. Die Polizei will damit den Beweis liefern, dass es ihr nicht um Mehreinnahmen, sondern um Verkehrssicherheit geht, wie es in einer Mitteilung heisst.

Luigi R. Rossi, Präsident der TCS-Sektion St. Gallen-Appenzell Innerrhoden, findet die Veröffentlichung der Standorte im Internet eine gute Idee. «Damit macht die Polizei einen positiven Schritt vorwärts.» Er erachtet es als förderlich für die Verkehrssicherheit, wenn die Autofahrer die Standorte der Blitzer kennen.

Für Manfred Trütsch, Präsident der St. Galler Sektion des Automobil-Clubs der Schweiz (ACS), rückt man in der Radar-Diskussion «jetzt wieder ein Feld vor». Für ihn greift die Massnahme aber noch zu wenig weit. «Man kann nicht von den Autofahrern verlangen, dass sie jedes Mal ins Internet gehen, bevor sie ins Auto einsteigen.» Trütsch fordert als logische Konsequenz, dass Radios ihre Hörer vor Radarkontrollen warnen dürfen und Radarwarngeräte im Auto erlaubt werden.

Weiterhin spontan kontrollieren

Von einem «zweischneidigen Schwert» spricht Valesca Zaugg, Geschäftsführerin der Strassenopfer-Organisation Road Cross Schweiz. Es sei erfreulich, dass Radaranlagen an Unfallschwerpunkten installiert würden und dort für mehr Sicherheit sorgten. Gleichzeitig hält sie fest, dass es wichtig sei, weiterhin auch unangekündigte Kontrollen zu machen. «Wenn sämtliche Standorte bekannt sind, dann hält man nur noch dort das Tempo ein», so Zaugg.

Ähnlich tönt es bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). «Wenn die Geräte an gefährlichen Stellen stehen und die Autofahrer darüber Bescheid wissen, dann ist das konkrete Unfallverhütung», sagt Mediensprecher Rolf Moning. Die Autofahrer würden sich dort überdurchschnittlich gut an das vorgegebene Tempo halten. Wichtig seien weiterhin auch bemannte Geschwindigkeitskontrollen. «Sie haben eine abschreckende Wirkung und erhöhen die Kontrollerwartung.»

Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt, dass weiterhin auch mit spontanen Kontrollen gerechnet werden müsse. Im Internet seien nur die acht semistationären Anlagen aufgelistet. Kein Angst, dass diese nun zu wenig Geld abwerfen? «Es geht uns nicht darum das Budget durch Busseneinnahmen zu erfüllen. Wir sind zufrieden, wenn wir den Autofahrern ein gutes Zeugnis ausstellen können», sagt Krüsi.

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