Blaulicht: Blitzkästen behindern die Ambulanz
Aktualisiert

BlaulichtBlitzkästen behindern die Ambulanz

Mehr Autos bedeuten auch mehr Probleme bei Blaulichteinsätzen. In den Städten stehen Autos den Rettungsfahrzeugen im Weg. Besonders schwierig wird es bei Ampeln mit Blitzkästen.

von
Nicolas Saameli
Autos stehen den Rettungsfahrzeugen immer wieder im Weg.

Autos stehen den Rettungsfahrzeugen immer wieder im Weg.

Wenn ein Rettungsfahrzeug das Blaulicht einschaltet, muss alles schnell gehen. Manchmal entscheiden Sekunden über das Leben eines Patienten oder den Ausgang eines Brandes.

Genau diese Sekunden fehlen den Rettern in letzter Zeit aber immer häufiger: Autofahrer machen den Notfallfahrzeugen nicht schnell genug den Weg frei, weil sie die Verhaltensregeln bei Blaulichteinsätzen nicht kennen. Die Zürcher Rettungsdienste planen nun, mit einer Kampagne auf das Problem aufmerksam zu machen.

Die Angst vor Blitzkästen bremst die Sanitäter

«Wenn wir die Sirene einschalten, sind viele Autofahrer eingeschüchtert, weil sie nicht wissen, wie sie reagieren sollen», sagt Roland Portmann, Sprecher von Schutz und Rettung Zürich. «Diese Unsicherheit führt dann schnell dazu, dass die Leute sich falsch verhalten.»

Besonders schwierig sei die Situation an Ampeln. «Wenn die Autofahrer an einem Rotlicht einen Blitzkasten sehen, bleiben sie trotz Blaulichtfahrzeug stehen, weil sie Angst haben, geblitzt zu werden.» Dabei sei in solchen Situationen das langsame Überfahren einer Ampel ausdrücklich erwünscht und die Furcht vor einem Strafzettel unbegründet. «Dann erhält man keine Bussen. Sollte doch eine kommen, kann man sie zurückschicken.»

Die Feuerwehr kann Ampeln umstellen

Ähnliche Probleme kennt auch Franz Märki, Sprecher der Berner Berufsfeuerwehr. Die Feuerwehr-Zentralen in den Städten hätten zwar die Möglichkeit, auf den Hauptrouten Ampeln umzuschalten, um den Verkehr abfliessen zu lassen. Sobald die Rettungsfahrzeuge sich aber von den grossen Strassen entfernten, blieben sie oft stecken.

Auf eine weitere Schwierigkeit macht die Berner Sanität aufmerksam. Thomas Rohrbach, Chef der Rettung in Bern, berichtet von Problemen mit Autos, die laut Musik hören und deshalb nicht auf die Sirenen reagieren: «Bei den fahrenden Discos, die heute auf der Strasse unterwegs sind, müssen wir uns neue Wege überlegen, wie wir Aufmerksamkeit bekommen. Eine Sirene reicht da manchmal tatsächlich nicht mehr.»

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